Microsoft will Teile des Oracle-KI-Deals nicht erneuern

· VinciFi Redaktion

Microsoft will Teile des Oracle-KI-Deals nicht erneuern

Microsoft will Berichten zufolge Teile eines Vertrags über angemietete KI-Rechenkapazität bei Oracle nicht verlängern. Für Oracle könnte dadurch ein einzelner Kundenbeitrag sinken, auch wenn das Cloud-Infrastrukturgeschäft zuletzt stark wuchs.**

Oracle erzielte im ersten Geschäftsquartal 2027 mit Cloud-Infrastruktur 7,4 Mrd. US-Dollar Umsatz, ein Plus von 121 % zum Vorjahreszeitraum. Das Unternehmen erklärte, die Nachfrage nach KI-Cloud-Diensten für Training und Inferenz wachse schneller als das Angebot. Die Quartalszahl bezieht sich auf Oracles Cloud-Infrastrukturgeschäft insgesamt, nicht auf den einzelnen Vertrag mit Microsoft.

Berichten zufolge reduziert Microsoft die von Oracle gemietete Rechenleistung, weil sie auf älteren Nvidia-Chips beruht, die nicht mehr zu den Anforderungen des Konzerns passen. Microsoft will Teile der Vereinbarung nicht verlängern. Ein bereits erfolgter Abschaltvorgang ist damit nicht belegt. Der Vorgang betrifft eine bestimmte Vereinbarung und Hardwaregeneration, nicht nachweislich Microsofts gesamte Nachfrage nach KI-Rechenleistung.

Microsoft baut zugleich eigene Kapazitäten aus. Der Konzern erklärte im März, innerhalb von weniger als einem Jahr Hunderttausende flüssigkeitsgekühlte Grace-Blackwell-GPUs in seinem weltweiten Rechenzentrumsnetz eingesetzt zu haben. Außerdem kündigte Microsoft an, Nvidias Rubin-Systeme in Azure-Rechenzentren einzusetzen. Das liefert einen möglichen Zusammenhang für den Wechsel weg von älterer Mietkapazität: Microsoft entwickelt seine eigene Infrastruktur mit neueren Chips weiter.

Oracle meldet weiter Nachfrage nach älteren GPUs

Oracle teilte im September mit, dass GPU-Kapazitäten, deren Verträge im betreffenden Quartal zur Verlängerung anstanden, verlängert oder weiterverkauft worden seien. Dafür habe das Unternehmen einen Aufpreis von 20 % gegenüber den vorherigen Verträgen erzielt. Die meisten dieser GPUs seien mindestens vier Jahre alt gewesen. Das deutet auf Nachfrage nach älterer Hardware bei anderen Kunden hin, sagt aber nicht, welche Erlöse Oracle mit Microsofts Vereinbarung erzielt.

Für Oracle könnte der Schritt eines einzelnen Kunden daher eine Verschiebung bei Auslastung und Umsatz bedeuten. Die jüngsten Quartalszahlen zeigen zugleich kräftiges Wachstum im Cloud-Infrastrukturgeschäft. Microsofts Entscheidung betrifft zunächst angemietete Kapazität aus einer konkreten Vereinbarung. Oracle hat für das Quartal ein weiteres Wachstum der Nachfrage nach KI-Cloud-Diensten gemeldet.

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