Yardeni hält Börsenrutsch trotz KI-Gegenwind für überzogen
· VinciFi Redaktion

Ed Yardeni hält den heftigen Ausverkauf an den US-Börsen für überzogen: Der S&P 500 verlor 4,4 Prozent, der Nasdaq 5,5 Prozent. Der Streit um neue KI-Rechenzentren könnte den Ausbau bremsen und damit auch Technologie- und Chipaktien treffen.**
Besonders unter Druck standen Technologiewerte. Der Nasdaq rutschte mit seinem Minus in Korrekturterritorium. Die Verluste zeigen, wie Sorgen über politische Hürden beim KI-Ausbau auch auf Aktien außerhalb der USA ausstrahlen können.
Einschränkungen könnten viele Projekte betreffen
Goldman Sachs schätzt, dass rund 45 Prozent der geplanten Rechenzentrumskapazität in den USA möglichen Einschränkungen auf Ebene der Bundesstaaten ausgesetzt sind. Dahinter stehen politische Forderungen, den Bau neuer Rechenzentren stärker zu begrenzen.
Yardeni Research bezeichnet diese Hürden als „Bremsschwellen“. Sie könnten das Tempo des KI-Booms drosseln, zugleich aber verhindern, dass der Ausbau zu schnell und damit anfälliger für Übertreibungen wird. Yardeni vertritt die Einschätzung, dass eine Verlangsamung des KI-Ausbaus für große Technologiekonzerne positiv sein könnte. Weniger schnelle Investitionen in Rechenzentren könnten den Druck mindern, der durch hohe Ausgaben für den Ausbau entsteht. Das ist Yardenis Einschätzung, keine feststehende Folge des Kursrutsches.
Europas Chipbranche bleibt nicht außen vor
Für Halbleiterhersteller ist die Debatte relevant, weil Rechenzentren Chips und weitere technische Ausrüstung benötigen. Die Verluste bei Infineon und anderen europäischen Technologiewerten zeigen, dass Anleger die möglichen Folgen nicht nur bei US-Unternehmen sehen. Die Frage, wie schnell neue Rechenzentren gebaut werden, betrifft damit auch die Nachfrage nach Ausrüstung und Komponenten.
Yardeni wertet den politischen Gegenwind somit nicht als Ende des KI-Booms, sondern als mögliche Abkühlung. Der starke Rückgang an den Börsen spiegelt dagegen die Sorge, dass Einschränkungen beim Ausbau die Erwartungen an das KI-Geschäft belasten könnten.