Ukraine: Berichte über Ausfälle in sieben Regionen
· VinciFi Redaktion

Berichten zufolge haben russische Angriffe neue Stromausfälle in sieben ukrainischen Regionen ausgelöst; am schwersten trifft es das Gebiet um Kyiv. Die Internationale Energieagentur warnt vor wahrscheinlichen Stromengpässen in der Ukraine im Winter.**
Am 4. November meldete das ukrainische Energieministerium schwere Schäden an der Energieinfrastruktur. In Kyiv und der umliegenden Region galten Netzbeschränkungen. Auch ukrainische Kernkraftwerke mussten ihre Stromerzeugung reduzieren, weil beschädigte Umspannwerke die Verteilung des Stroms behinderten. Die Rückkehr zur normalen Leistung sollte schrittweise erfolgen, während Reparaturteams die Netze instand setzen.
Am 5. November berichtete der erste stellvertretende ukrainische Energieminister über 78 gezielte Angriffe auf die Energieinfrastruktur seit Wochenbeginn. An diesem Morgen gab es neue Stromausfälle in den Regionen Dnipropetrowsk, Charkiw und Tschernihiw. Die Angaben beziehen sich auf den 5. November; die nun gemeldeten Ausfälle in sieben Regionen beschreiben eine weitere Lageentwicklung.
Die Internationale Energieagentur sieht die Versorgungslage vor dem Winter unter Druck. Russland habe seine Angriffe auf die Energieinfrastruktur verstärkt und setze schnellere, düsengetriebene Drohnen ein, die schwerer abzufangen seien. Beschädigt worden seien bereits Anlagen zur Stromerzeugung, Stromnetze sowie Gas- und Ölinfrastruktur. Die Agentur hält Engpässe bei der Stromversorgung in diesem Winter für wahrscheinlich.
Für Freitag, den 6. November, kündigte Ukrenergo in Teilen des Landes stundenweise Stromabschaltungen für alle Verbraucher an. Die Einschränkungen sollten von 00:00 bis 23:59 Uhr gelten und je nach Gebiet 2,5 bis 4 Abschaltstufen umfassen. Für Industriebetriebe waren zusätzlich Leistungsbegrenzungen vorgesehen.
Auch der europäische Großhandelsmarkt verzeichnete im Oktober höhere Strompreise. In Deutschland lag der durchschnittliche Preis laut Ember bei 169,5 Euro je Megawattstunde, 16,6 Prozent über dem Vormonat. Diese Preisentwicklung belegt für sich genommen keinen direkten Zusammenhang mit den Angriffen in der Ukraine.
Für den 6. November sind in Teilen der Ukraine weiter stundenweise Abschaltungen vorgesehen. Zugleich erwartet die Internationale Energieagentur Stromengpässe im Winter.