Russland behauptet Treffer auf Kiewer Umspannwerk und Frachter

· VinciFi Redaktion

Russland behauptet Treffer auf Kiewer Umspannwerk und Frachter

Russlands Verteidigungsministerium behauptet, ein Umspannwerk in der Region Kiew und einen Frachter nahe Odesa getroffen zu haben. Angriffe auf Energie- und Hafenanlagen könnten den ohnehin belasteten Export über das Schwarze Meer weiter erschweren.**

Nach russischer Darstellung galt der Angriff in der Region Kiew dem Umspannwerk Nalyvaikivka; außerdem sei ein Frachtschiff rund acht Kilometer südwestlich von Odesa angegriffen worden. Das russische Verteidigungsministerium behauptete, das Schiff habe militärische Güter transportiert. Eine unabhängige Bestätigung dieser Angaben lag zunächst nicht vor. Ukrainische Behörden bestätigten damit nicht, dass genau diese Ziele getroffen wurden.

Separat meldete die Militärverwaltung der Region Odesa Schäden an Energieanlagen und zivilen Betrieben nach einem russischen Angriff im Süden der Region. Die Behörde berichtete auch von einem teilweise zerstörten Lagergebäude eines Lieferdienstes. Das ist ein eigener Angriff und keine Bestätigung des russischen Berichts über den Frachter.

Häfen bleiben ein Engpass für ukrainische Exporte

Die Folgen möglicher Schäden reichen über den unmittelbaren Einsatzort hinaus: Odesa und die umliegenden Häfen sind wichtige Ausfuhrwege für ukrainisches Getreide. Die ukrainischen Getreideexporte beliefen sich von Juli bis zum 27. Oktober auf 3,6 Millionen Tonnen, verglichen mit 6 Millionen Tonnen im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Ein Teil der Ausfuhren wurde auf andere Routen verlagert; über den rumänischen Hafen Constanța stiegen die ukrainischen Weizenlieferungen bis zum 26. Oktober auf 559.000 Tonnen.

Auch die Kosten für Schiffe könnten steigen, wenn die Gefahr weiterer Angriffe zunimmt. Berichte aus der Schifffahrtsbranche bezifferten die Versicherungskosten für Fahrten zu Häfen bei Odesa bereits auf das Fünf- bis Zehnfache des Jahresanfangs. Höhere Versicherungs- und Frachtkosten können sich entlang der Lieferkette auf Händler und Erzeuger auswirken. Für Getreidemärkte zählt dabei nicht nur die Ernte, sondern auch, wie viel Ware die Exporthäfen tatsächlich verlassen kann.

Die Angriffe auf Energieanlagen treffen zudem ein Netz, das bereits unter Druck steht. Das ukrainische Energieministerium meldete nach früheren Angriffen Schäden an Energieanlagen in zehn Regionen; der Versorger DTEK erklärte, der Betrieb von drei Wärmekraftwerken sei unterbrochen worden. Für die weitere Entwicklung der Schwarzmeer-Transporte sind nun auch die für den 10. und 11. November angekündigten Gespräche zwischen Russland, der Ukraine und den USA relevant.

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