Iran sucht Gas-Ausweg: Gespräche mit Russland
· VinciFi Redaktion

Irans Energieengpässe haben sich nach Schäden an wichtiger Gasinfrastruktur verschärft. Vertreter Teherans und Moskaus sprachen über russische Gaslieferungen und Pipelines, die Irans Versorgungslücke lindern könnten.**
Saeed Tavakoli, damals Geschäftsführer der National Iranian Gas Company, bezifferte die verlorene iranische Gasproduktionskapazität auf 230 Millionen Kubikmeter. Rund 40 Prozent davon seien wieder in Betrieb, etwa 130 Millionen Kubikmeter Kapazität aber weiterhin ausgefallen. Als Ursache nannte er beschädigte Anlagen und Ausrüstung.
Schon vor den Schäden verzeichnete Iran an kalten Tagen nach Tavakolis Angaben ein tägliches Gasdefizit von 250 bis 300 Millionen Kubikmetern. Diese Zahl beschreibt die Versorgungslücke pro Tag; sie ist nicht direkt mit der Angabe zur ausgefallenen Produktionskapazität gleichzusetzen. Ende Oktober waren zudem die Gaslieferungen an Zementfabriken vollständig unterbrochen. Damit treffen die Schäden nicht nur die allgemeine Energieversorgung, sondern auch einen Teil der Industrie.
Gespräche über Pipelines, aber ohne konkrete Eckdaten
Irans Sicherheitsratssekretär Mohsen Rezaei sagte nach einem Treffen mit Wladimir Putin, beide hätten über russische Gaslieferungen und Pipelines gesprochen. Iran hat außerdem eine mögliche Weiterleitung russischen Gases an Nachbarländer ins Spiel gebracht. Zu den bei Putin besprochenen Pipelines wurden kein Zeitplan, kein Trassenverlauf und kein Lieferumfang genannt.
Die Gespräche knüpfen an frühere Kontakte an. 2024 vereinbarten die iranische Gasgesellschaft und Gazprom, eine mögliche Übertragung russischen Erdgases nach Iran zu prüfen. Im Juni 2026 nannte Tavakoli Preis- und Zahlungsfragen als noch offene Punkte. Die nun geführten Gespräche stehen damit neben früheren Prüfungen, sind aber für sich genommen keine Zusage konkreter Liefermengen.
Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian warb beim Gasforum in Moskau für mehr Handel mit Erdgas und gemeinsame Investitionen im Sektor. Zugleich warnte er, US-Sanktionen bedrohten die Stabilität des globalen Energiemarkts. Für Iran könnten russische Lieferungen die Folgen der beschädigten Infrastruktur abfedern; zugleich zeigt die Suche nach Kooperation, wie stark Versorgungssicherheit und internationale Sanktionen die Energiebeziehungen der Region prägen.