Nasdaq 100 stürzt 6,4 Prozent ab, Chipindex verliert 12 Prozent
· VinciFi Redaktion

Der Nasdaq 100 verlor am 5. November 6,4 Prozent, der Halbleiterindex rund 12 Prozent. Der Ausverkauf zeigt, wie stark Sorgen um KI-Regeln und den Ausbau von Rechenzentren derzeit auf Technologieaktien drücken können.**
Der S&P 500 gab ebenfalls nach und verlor 4,4 Prozent. Beim Nasdaq 100 wurden laut einer Schätzung 2,3 Billionen US-Dollar an Börsenwert ausgelöscht. Die stärksten Verluste trafen damit einen Marktbereich, in dem viele Unternehmen von weiterem Wachstum bei KI und Rechenzentren profitieren sollen.
Die Bewegung war nicht auf einzelne Titel beschränkt. Nvidia verlor laut Schlusskursdaten 9,19 Prozent, AMD 17,43 Prozent. Für Chipfirmen ist der Ausbau von Rechenzentren ein wichtiger Absatztreiber: Werden Projekte verschoben oder kleiner geplant, könnte das die erwartete Nachfrage nach Prozessoren und anderer Infrastruktur belasten.
Wahlergebnisse schüren Sorgen um Rechenzentren
Der Verkaufsdruck fiel mit der Sorge zusammen, dass neue politische Vorgaben den Ausbau von Rechenzentren bremsen könnten. Bei den US-Zwischenwahlen wurden drei Gouverneure gewählt, die im Wahlkampf Einschränkungen für den Ausbau von Rechenzentren befürwortet hatten. Auch lokale Abstimmungen erhöhten den politischen Druck: In mindestens 14 Gemeinden in Ohio wurden Beschränkungen oder Verbote für Rechenzentren beschlossen; in acht Gemeinden in Maine wurden vorübergehende Baustopps beschlossen.
Das könnte Investoren verunsichern, weil KI-Unternehmen und ihre Zulieferer auf große, langfristige Infrastrukturprojekte setzen. Für Betreiber geht es nicht allein um die Kosten für Server und Chips. Verzögerungen bei Genehmigungen oder neue Auflagen könnten ebenfalls beeinflussen, wann und wo zusätzliche Kapazität entsteht. Das ist ein Risiko für die erwartete Nachfrage, aber noch kein Beleg dafür, dass geplante Investitionen tatsächlich gestrichen werden.
Die Börsenreaktion zeigt, dass Anleger diese politischen Risiken inzwischen stärker in die Bewertung von Technologie- und Halbleiterwerten einbeziehen. Für die Branche rücken damit neben den KI-Ausgaben auch die Genehmigung und der Zeitplan neuer Rechenzentren stärker in den Fokus.



