Südkorea will Sicherheitenpflicht bei Aktienkrediten aussetzen

· VinciFi Redaktion

Südkorea will Sicherheitenpflicht bei Aktienkrediten aussetzen

Südkoreas Regierung kündigt an, die vorgeschriebene Sicherheitenquote für Aktienkredite drei Monate lang auszusetzen. Die befristete Lockerung könnte den Druck auf Anleger mit kreditfinanzierten Positionen mindern, während die Börse stark unter Verkaufsdruck steht.**

Im Kern geht es um die Sicherheiten, die Wertpapierfirmen für Kredite verlangen, mit denen Anleger Aktien kaufen. Die Regierung kündigt eine zeitlich begrenzte Ausnahme von der vorgeschriebenen Sicherheitenquote an. Damit ist die Lockerung angekündigt, aber noch nicht als dauerhaft geänderte Regel beschrieben.

Der Schritt kommt nach einer Phase strengerer Kontrollen. Im Oktober wies die Finanzaufsicht FSS Wertpapierfirmen an, Margenkredite strenger zu überwachen. Sie warnte zudem vor zusätzlichen Vorgaben, falls die Selbstregulierung der Branche nicht ausreicht. Auch die Wertpapierfirmen verschärften ihr Kreditmanagement.

Das Kreditvolumen ging dabei deutlich zurück. Der Rückgang zeigt, dass die Kreditvergabe bereits vor der angekündigten Ausnahmeregelung unter Druck stand.

Lockerung trifft auf Sorge vor Zwangsverkäufen

Die strengeren Kontrollen sollten auch das Risiko begrenzen, dass fallende Aktienkurse Anleger zu Verkäufen zwingen und damit den Abwärtsdruck verstärken. Eine vorübergehend gelockerte Sicherheitenpflicht könnte den unmittelbaren Druck verringern, zusätzliche Sicherheiten bereitzustellen. Sie schützt Anleger jedoch nicht vor Verlusten, wenn ihre Aktien weiter an Wert verlieren. Kredite vergrößern dann die finanziellen Risiken.

Am 6. November sagte Finanzminister Lee Hyoung-il, die Regierung werde bei übermäßigen Schwankungen rechtzeitig Maßnahmen ergreifen. Die Ankündigung zur Sicherheitenquote ist ein konkreter Schritt in diesem Umfeld, setzt aber den zuvor verschärften Kreditkontrollen nur befristet etwas entgegen. Die Ausnahme soll drei Monate gelten.

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