MSCI knüpft Koreas Aufstieg an Reformen
· VinciFi Redaktion

Der MSCI-Vorsitzende hält die Umsetzung südkoreanischer Reformen für entscheidend für eine mögliche Einstufung als Industrieland. Damit bleibt der Zugang für internationale Anleger zum Won und zum Aktienmarkt ein zentraler Prüfstein.**
Bei der jährlichen Marktklassifizierung im Juni 2026 blieb Südkorea im Schwellenländerstatus. MSCI nahm das Land auch nicht in die Liste der Märkte auf, deren Neueinstufung geprüft wird. Der Vorsitzende beschreibt damit eine Voraussetzung, keinen bereits beschlossenen Aufstieg.
MSCI sieht weiterhin Hürden beim Marktzugang. In seiner Prüfung verwies der Indexanbieter darauf, dass der Won offshore nicht frei lieferbar sei und die Liquidität im heimischen Devisenhandel während verlängerter Handelszeiten nach Maßstäben entwickelter Märkte weitgehend unzureichend sei.
Südkorea treibt Änderungen an der Währungsinfrastruktur voran. Das International Won Payment Network startete am 21. September einen Pilotbetrieb. Die Registrierung und Abläufe für ausländische Institute, die Won-Geschäfte abwickeln, wurden vereinfacht. Der vollständige Betrieb ist für Januar vorgesehen. Damit betreffen die Reformen einen der von MSCI benannten Knackpunkte: den Handel mit der Landeswährung über Ländergrenzen hinweg.
Unterschiedliche Einstufungen, andere Indexgewichte
MSCI führt Südkorea als Schwellenmarkt, FTSE Russell dagegen als Industrieland. Fonds, die sich an unterschiedlichen Länderindizes orientieren, könnten deshalb verschiedene Gewichte südkoreanischer Aktien abbilden.
Auch die Branchenstruktur macht die Einstufung für den Markt relevant. MSCI hebt die hohe Bedeutung von Halbleitern in den Technologiemärkten Südkoreas und Taiwans hervor. Eine mögliche Änderung des Länderstatus könnte daher auch die Zusammensetzung von Vergleichsindizes mit Technologie- und Chipwerten beeinflussen. Das wäre eine Folge der Indexzuordnung, keine Aussage über die Geschäftsentwicklung einzelner Unternehmen.
Der nächste Termin im MSCI-Kalender ist die Bekanntgabe der Ergebnisse der November-Indexprüfung am 11. November 2026. Die jährliche Entscheidung über die Einstufung eines ganzen Landes folgt laut MSCI einem eigenen Zeitplan.
