LIV Golf steuert auf geordnete Abwicklung zu

· VinciFi Redaktion

LIV Golf steuert auf geordnete Abwicklung zu

LIV Golf will den Betrieb geordnet herunterfahren, nachdem die Restrukturierungsvereinbarung mit BC Partners Credit beendet wurde. Damit fällt der geplante Neustart mit Spielermehrheit weg und die Abwicklung rückt für Spieler und Gläubiger in den Mittelpunkt.**

Im September hatte LIV Golf mit BC Partners Credit eine Vereinbarung für eine Rekapitalisierung geschlossen. Der Plan sollte die Liga durch das Chapter-11-Verfahren führen und den Spielbetrieb als fortgeführtes Unternehmen sichern. Die neu aufgestellte Liga sollte mehrheitlich den Spielern gehören. Der Abschluss stand noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Insolvenzgerichts und weiterer Beteiligter.

LIV Golf erklärte nun, dass die Parteien trotz intensiver Gespräche keine Einigung über bestimmte offene Bedingungen der Transaktion erzielt hätten. Die Restrukturierungsvereinbarung ist beendet; die geplante Transaktion soll vorerst nicht umgesetzt werden. Der Vorstandsausschuss der Liga bezeichnete einen geordneten Rückzug als den derzeit verantwortungsvollsten Weg. Das Unternehmen will währenddessen mögliche Alternativen mit Dritten weiter prüfen.

Der Rettungsplan setzte auf Spieler als Eigentümer

Für die Finanzierung während des Verfahrens hatte der saudische Staatsfonds Public Investment Fund 49,6 Mio. US-Dollar zugesagt. Zusätzlich sollten BC Partners Credit und weitere mögliche Minderheitsinvestoren nach dem Ende des Insolvenzverfahrens Geld für die neu aufgestellte Liga bereitstellen. Mit dem Scheitern des Plans fällt diese vorgesehene Finanzierung weg.

Die finanzielle Vorgeschichte unterstreicht die Herausforderung: Seit dem Start hat LIV Golf nach Angaben aus einer Erklärung des Sanierungschefs rund 5 Mrd. US-Dollar an operativen Nettoverlusten angehäuft. Der PIF hatte die Liga zuvor über Jahre finanziert. Im April erklärte der Fonds, die langfristig erforderlichen Investitionen passten nicht mehr zu seiner Strategie; im September sagte er dennoch eine Finanzierung für das laufende Insolvenzverfahren zu.

Damit betrifft der Wechsel vom Neustart zur Abwicklung vor allem LIV Golf, seine Spieler, Beschäftigten, Geschäftspartner und Gläubiger. Für die Golfbranche steht zudem die Zukunft der Liga als Wettbewerber und Veranstalter auf dem Spiel. Das vom Gericht genehmigte Verfahren war von Beginn an so angelegt, dass eine geordnete Abwicklung möglich ist, falls keine akzeptable Restrukturierung zustande kommt. LIV Golf hält zugleich die Tür für wertsteigernde Alternativen mit Dritten offen.

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