Ukraine drohen Stromengpässe nach russischen Angriffen

· VinciFi Redaktion

Ukraine drohen Stromengpässe nach russischen Angriffen

Russische Raketen- und Drohnenangriffe treffen die ukrainische Energieversorgung nach Einschätzung von Analysten in diesem Jahr früher und heftiger als zuvor. Das könnte Stromengpässe vor der Heizsaison verschärfen und die Wirtschaft zusätzlich belasten.**

Am 3. November wurden nach Angaben des ukrainischen Außenministeriums mindestens 13 Energieanlagen in neun Regionen getroffen. In der Woche zuvor zählte das Energieministerium 94 Angriffe auf Energie-, Öl- und Gasanlagen; dabei seien 208 Fälle von Zerstörung oder Beschädigung registriert worden.

Die Internationale Energieagentur (IEA) bestätigt, dass Russland seine Angriffe auf die Energieinfrastruktur verstärkt hat. Beschädigt wurden laut der Organisation Kraftwerke, Stromnetze sowie Gas- und Ölanlagen. Damit geht es nicht nur um die Stromversorgung von Haushalten: Angriffe auf Energieanlagen und Verkehrswege können auch Fabriken und den Transport von Waren beeinträchtigen. Die Angriffe richten sich auch gegen Industrieanlagen und Logistiknetze, darunter Bahnverbindungen und Exportwege, und stören die Produktion sowie den Transport von Waren.

Die Winterversorgung bleibt besonders anfällig

Mit sinkenden Temperaturen steigt der Strombedarf. Im vergangenen Winter führten Schäden an Kraftwerken und Stromnetzen während einer besonders kalten Periode zu längeren Ausfällen. Für die Heizsaison 2026/27 hält die IEA Stromengpässe in den kommenden Monaten für wahrscheinlich.

Die Ukraine hat zugleich ihre Widerstandsfähigkeit ausgebaut. Nach Angaben der IEA kamen im vergangenen Jahr rund 400 Megawatt an dezentraler gasbetriebener Stromerzeugung hinzu. Auch Windkraft und Batteriespeicher wurden erweitert. Solche Anlagen verteilen die Erzeugung auf mehrere Standorte, können die Folgen von Schäden an großen Kraftwerken aber nicht vollständig auffangen.

Der wirtschaftliche Druck ist bereits messbar. Die ukrainische Zentralbank schätzte, dass die russische Blockade und die Angriffe das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in diesem Jahr um 1,9 Prozentpunkte mindern. Analysten zufolge zielen die Angriffe inzwischen auch stärker auf weitere Teile der Wirtschaft. Der bevorstehende Winter wird damit für die Energieversorgung und für Betriebe, die auf verlässlichen Strom und funktionierende Lieferwege angewiesen sind, zur Belastungsprobe.

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