12 GW geplanter US-Rechenzentrumskapazität könnten sich verzögern

· VinciFi Redaktion

12 GW geplanter US-Rechenzentrumskapazität könnten sich verzögern

Morgan Stanley schätzt, dass sich bis 2030 Projekte mit insgesamt 12 GW geplanter US-Rechenzentrumskapazität verzögern könnten. Neue Vorgaben in Texas und Ohio könnten Genehmigungen bremsen und damit auch den Ausbau der Stromversorgung beeinflussen.**

Für 2027 geplante Vorhaben wären nach Einschätzung der Bank größtenteils nicht betroffen. Für 2028 nennt Morgan Stanley 4,9 GW Kapazität mit Verzögerungsrisiko. Die Bank führt die Risiken auf mögliche neue Anforderungen auf Ebene der Bundesstaaten nach den politischen Erfolgen der Demokraten bei den Zwischenwahlen zurück. Die Schätzung bezieht sich auf Verzögerungen geplanter Projekte, nicht auf bestätigte Absagen.

Eine große Pipeline trifft auf lokale Genehmigungen

Die mögliche politische Bremse kommt zu einem großen Projektbestand hinzu. Wood Mackenzie bezifferte die offengelegte US-Pipeline für Rechenzentren auf mehr als 430 GW. Rund 59 Prozent davon befanden sich demnach in aktiver Entwicklung, knapp 80 GW bereits im Bau. Pipeline-Zahlen umfassen Vorhaben in unterschiedlichen Entwicklungsstadien.

Für Rechenzentren zählt neben dem Standort auch der Zugang zu ausreichend Strom. Entscheidungen zu Netzanschlüssen, Stromtarifen für Großverbraucher und Standortregeln können bei einzelstaatlichen Behörden und Kommunen liegen. Wenn Genehmigungen später kommen, kann sich deshalb auch der Zeitplan für die nötige Netzinfrastruktur verschieben.

AEP plant Leitungen für einen Campus in Ohio

Ein konkretes Beispiel ist ein geplanter Rechenzentrumscampus in Piketon. AEP Ohio plant dafür drei neue 765-Kilovolt-Leitungen. Die erste soll am 31. Dezember 2028 in Betrieb gehen, die beiden weiteren zum Jahresende 2029 und 2030. AEP Ohio teilte mit, dass der Kunde die nötigen Netzinvestitionen bezahlt, um zusätzliche Belastungen der Übertragungstarife für Einwohner zu vermeiden.

Solche Vorhaben zeigen, wie eng Rechenzentrumsprojekte und der Ausbau des Stromnetzes zusammenhängen. Verzögerungen bei einem Campus könnten auch den Zeitplan der zugehörigen Leitungen berühren. Die geplanten Inbetriebnahmen der Piketon-Leitungen liegen im Zeitraum bis 2030, für den Morgan Stanley Verzögerungsrisiken bei Rechenzentrumskapazität nennt.

Unternehmen in diesem Artikel.

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