S&P 500 stoppt Verlustserie, Chip-Ausverkauf lässt nach

· VinciFi Redaktion

S&P 500 stoppt Verlustserie, Chip-Ausverkauf lässt nach

Der S&P 500 beendete seine dreitägige Verlustserie und legte bis zum Handelsschluss um 0,3 Prozent zu. Die Erholung könnte die Nervosität rund um KI-Aktien dämpfen, doch CoreWeaves hohe Finanzierungskosten zeigen, dass die Risiken im KI-Infrastrukturgeschäft bleiben.**

Die Erholung folgte auf Verluste, die durch Zweifel an der Tragfähigkeit des KI-Geschäfts ausgelöst worden waren. Im Tagesverlauf ließ der Verkaufsdruck bei Chipaktien nach. Der S&P 500 schloss laut Marktdaten 0,3 Prozent höher, nachdem er frühe Verluste aufgeholt hatte. Eine gleichgewichtete Variante des Index stieg ebenfalls und deutete auf eine breitere Erholung außerhalb der größten Technologiewerte hin.

Im Zentrum der Sorgen steht CoreWeave, ein Anbieter von Rechenleistung für KI-Anwendungen. Die Kosten, sich gegen einen Zahlungsausfall des Unternehmens abzusichern, stiegen laut Marktangaben zeitweise auf mehr als 1.140 Basispunkte. Auch die Rendite einer CoreWeave-Anleihe mit Fälligkeit 2031 erreichte 15,78 Prozent. Solche Werte spiegeln erhebliche Bedenken von Kreditgebern und Anlegern über die Schuldenlast und die Finanzierung des Ausbaus wider.

Nvidia-Chef Jensen Huang verteidigte die finanzielle Lage des Unternehmens. CoreWeaves Stärke verbessere sich täglich, sagte Huang; er sehe keinen Bedarf, dass Nvidia dem Anbieter finanziell unter die Arme greift. Nvidia ist zugleich ein wichtiger Kunde und Investor. Im Januar kündigten beide Unternehmen eine engere Zusammenarbeit beim Ausbau von KI-Rechenzentren an; Nvidia investierte dabei 2 Mrd. US-Dollar in CoreWeave.

CoreWeave erklärte im September, im dritten Quartal neue Kundenverträge mit Laufzeiten von etwa drei bis sechs Monaten abgeschlossen zu haben. Zudem kamen nach Unternehmensangaben mehr als 25 Mrd. US-Dollar an neuen Kundenverpflichtungen hinzu. Das zeigt die starke Nachfrage, macht aber die Finanzierung des schnellen Kapazitätsausbaus zu einem zentralen Risiko. Für Anleger in Nvidia könnte die Entwicklung relevant sein, weil CoreWeave zugleich Kunde und Beteiligung des Chipkonzerns ist.

Nvidia hat außerdem vereinbart, nicht verkaufte Rechenkapazität von CoreWeave bis zum 13. April 2032 abzunehmen. Diese Abnahmevereinbarung verbindet die Geschäfte beider Unternehmen langfristig, ersetzt aber keine eigenständige Einschätzung des Kreditrisikos durch den Markt.

Erwähnte Unternehmen: NVIDIA Corporation

Unternehmen in diesem Artikel.

Weitere Nachrichten.

Alle Top News, sobald sie passieren. Die VinciFi App liefert dir jede Top News mit Kennzahlen, Charts und Analysten-Einschätzungen. Kostenlos für iOS und Android.

Die Inhalte dienen ausschließlich der Information und stellen keine Anlageberatung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.