Kasachstan wartet auf Moskaus Antwort zur Ölroute
· VinciFi Redaktion

Kasachstan wartet auf Russlands Antwort zu möglichen Ölexporten nach Deutschland. Eine Wiederaufnahme über die Druschba-Pipeline könnte der PCK-Raffinerie in Schwedt eine zusätzliche Bezugsroute eröffnen.**
Russland kündigte an, ab Mai kein kasachisches Öl mehr über die Druschba-Pipeline zur PCK-Raffinerie in Schwedt zu leiten.
Kasachstan lieferte 2025 rund 2,1 Millionen Tonnen Öl über diese Strecke nach Deutschland. Die Raffinerie bezog damals 17 Prozent ihres Rohöls aus Kasachstan. Damit war die Pipeline für Schwedt ein relevanter Teil der Versorgung.
Seit dem angekündigten Stopp nutzt PCK andere Wege. Die Anlage lief demnach bei etwa 80 Prozent ihrer Kapazität. Eine Wiederaufnahme über Druschba wäre damit eine zusätzliche Möglichkeit bei der Beschaffung, nicht automatisch eine Voraussetzung für den Betrieb.
Moskaus Antwort entscheidet über die Route
Die technische Möglichkeit auf kasachischer Seite bedeutet nicht, dass wieder Öl fließt. Kasachstan wartet auf eine Antwort aus Russland. Die frühere Route bleibt damit vorerst außer Betrieb. Russland hatte die geplante Unterbrechung der Durchleitung mit technischen Möglichkeiten begründet; ob sich die Bedingungen inzwischen geändert haben, ist offen.
Für den Ölmarkt zählt, ob zusätzliche Mengen tatsächlich verfügbar werden und auf welchem Weg sie nach Deutschland gelangen. Eine Wiederaufnahme könnte den Spielraum der PCK bei der Rohölbeschaffung erweitern. Die Raffinerie ist für die Versorgung der Hauptstadtregion wichtig, weil sie einen großen Teil des dort benötigten Kraftstoffs liefert.
Russlands Antwort ist der nächste Schritt für eine mögliche Wiederaufnahme der kasachischen Lieferungen über Druschba. Damit würde sich zeigen, ob die Route neben den bereits genutzten Bezugswegen wieder eine Rolle für die Versorgung der PCK spielen kann.