Naftogaz: Drei Angriffe, Großbrand an Anlage
· VinciFi Redaktion

Naftogaz zufolge griff Russland in der Nacht eine Öl- und Gasanlage des Konzerns in der Zentralukraine dreimal an. Beschädigte Ausrüstung und ein Großbrand treffen die Energieinfrastruktur kurz vor der Heizperiode 2026/27.**
Am Standort kam es zu einer Explosion und einem großflächigen Brand. Beschäftigte wurden nach Angaben des amtierenden Naftogaz-Verwaltungsratschefs Serhiy Fedorenko rechtzeitig evakuiert; niemand sei verletzt worden. Der Konzern prüft die Folgen des Angriffs. Die Anlage gehört zu Naftogaz, dem staatlichen Öl- und Gasunternehmen der Ukraine.
Der Vorfall steht in einer längeren Serie von Angriffen auf Energieanlagen. Naftogaz zählte für 2025 insgesamt 229 Attacken auf Einrichtungen des Konzerns, mehr als in den drei Jahren zuvor zusammen. Seit Beginn der russischen Vollinvasion 2022 waren es nach Unternehmensangaben 401. Naftogaz zufolge haben Angriffe auf seine Infrastruktur die heimische Förderung beeinträchtigt und zusätzliche Gasimporte nötig gemacht, um die Versorgung im Winter zu sichern.
Auch die jüngsten Zahlen des ukrainischen Energieministeriums zeigen die Breite der Angriffe: Das Ministerium meldete am 2. November, Russland habe in der vergangenen Woche Energie- sowie Öl- und Gasanlagen 94-mal angegriffen. Es verzeichnete in diesem Zeitraum 208 Fälle von Zerstörung oder Beschädigung an Energieinfrastruktur. Die Zahlen erfassen landesweite Vorfälle und nicht nur Anlagen von Naftogaz.
Die Heizperiode erhöht den Druck auf die Energieversorgung
Die Internationale Energieagentur (IEA) sieht die ukrainische Energieversorgung im Winter 2026/27 erheblichen Risiken ausgesetzt. Mit sinkenden Temperaturen steigt der Strombedarf. Im vergangenen Winter führten weitreichende Schäden an Kraftwerken und Stromnetzen zu längeren Ausfällen. Zugleich hat die Ukraine ihre Vorsorge ausgebaut: Im vergangenen Jahr kamen laut IEA rund 400 Megawatt dezentrale gasbetriebene Stromerzeugung hinzu, außerdem neue Windkraft und Batteriespeicher. Das Land investierte auch in passive Schutzmaßnahmen für kritische Energieanlagen.
Für den Gasmarkt ist relevant, dass Schäden an heimischer Förderung zusätzlichen Importbedarf auslösen können. Das passierte bereits nach früheren Angriffen auf Naftogaz-Anlagen. Die IEA erwartet, dass der Strombedarf mit sinkenden Temperaturen während der Heizperiode 2026/27 steigt.