Murmansk lädt 65.000 Tonnen Roheisen für Pilotfahrt
· VinciFi Redaktion

Im Hafen Murmansk wird eine einzelne Pilotladung von 65.000 Tonnen Roheisen für den Export verladen. Das Schiff soll in der ersten Novemberdekade zu Zielen im Mittelmeer aufbrechen; ob daraus regelmäßige Lieferungen werden, ist noch offen.**
Die ersten 187 Güterwagen mit Roheisen aus dem Ural sind im Hafen bereits entladen. Roheisen soll dort erstmals seit 30 Jahren wieder für den Export verladen werden. Russland greift demnach auf die Arktisroute zurück, um Metallausfuhren vor ukrainischen Angriffen auf andere Transportwege zu schützen.
Die 65.000 Tonnen sind als Pilotladung für Mittelmeerziele vorgesehen. Der Hafen erprobt damit, ob sich Roheisen über Murmansk auf einem alternativen Weg verschiffen lässt. Eine einzelne Ladung zeigt zunächst, dass der Umschlag dort praktisch vorbereitet wird. Sie belegt noch keine regelmäßige Verbindung oder größere Verlagerung russischer Metallausfuhren.
Auch andere Güter werden in Murmansk für neue Exportwege verladen. Ende Oktober begann der Hafen mit dem Umschlag einer Testladung von 29.500 Tonnen Weizen. Das Getreide soll im November nach Nordafrika verschifft werden. Damit laufen für Roheisen und Weizen zwei getrennte Exportversuche über den Hafen.
Für den Metallhandel könnte eine wiederkehrende Roheisenroute über Murmansk russischen Anbietern einen zusätzlichen Zugang zu Abnehmern im Mittelmeerraum eröffnen. Entscheidend ist dabei, ob auf die Pilotfahrt weitere Lieferungen folgen. Für den Hafen wäre das ein neuer Einsatzbereich: Nach Angaben aus der Region hatte er Roheisen seit rund 30 Jahren nicht mehr für den Export umgeschlagen.
Die Roheisenladung soll in der ersten Novemberdekade auslaufen. Danach steht die Frage im Raum, ob der Test zu regelmäßigen Lieferungen führt.