
Angriffe in Saudi-Arabien und die Sorge vor einer Ausweitung des Konflikts treiben die Preise; weitere Störungen könnten das knappe Angebot zusätzlich belasten.**
Bis 08:18 Uhr GMT lag der Preis für den Dezember-Kontrakt bei 112,17 US-Dollar, ein Plus von 3,08 Prozent. Auch US-Öl der Sorte WTI verteuerte sich. Der Anstieg folgt auf neue Angriffe in Saudi-Arabien und wachsende Sorgen, dass sich der Konflikt in der Region ausweitet.
Angriffe schüren Sorgen um Förderanlagen und Transportwege
Die US-Botschaft in Saudi-Arabien warnte vor Angriffen der vom Iran unterstützten Huthi auf zivile Flughäfen und andere wichtige Infrastruktur. Washington ordnete zudem die Ausreise nicht notwendiger US-Regierungsmitarbeiter aus Saudi-Arabien an.
Berichten zufolge bereiten die USA und Israel mögliche Angriffe auf Iran nach den US-Zwischenwahlen am 3. November vor. Die Planungen sind kein beschlossener Angriff. Gleichzeitig verlegt Washington zusätzliche militärische Kräfte in die Region. Zusammen verstärken diese Entwicklungen die Sorge, dass Förderstätten oder wichtige Schifffahrtsrouten betroffen sein könnten.
Ein Angriff auf eine saudische Ölverarbeitungsanlage hat die Nervosität erhöht. Das saudische Energieministerium erklärte laut einem Marktbericht, die Produktion sei davon nicht beeinträchtigt worden. Für den Ölpreis zählt jedoch auch das Risiko künftiger Ausfälle, nicht nur ein bereits eingetretener Produktionsverlust.
Knappere Reserven machen den Markt empfindlicher
Zugleich warnte sie, die Erholung des Angebots bleibe angesichts neuer Angriffe im Golf fragil. Für 2026 erwartet die Agentur einen Rückgang des globalen Angebots im Jahresdurchschnitt. Sie sieht außerdem die Ölnachfrage in diesem Jahr sinken, unter anderem wegen eingeschränkter Produktverfügbarkeit und hoher Kraftstoffpreise.
Bei dünneren Reserven kann eine Unterbrechung von Förderung oder Exporten den Markt stärker treffen. Für den Ölmarkt wird entscheidend, ob die Angriffe tatsächlich Förderanlagen oder Transportwege beeinträchtigen und aus der geopolitischen Risikoprämie ein realer Angebotsausfall wird.