Gold erholt sich nach Jahrestief, Iran-Risiko bleibt

· VinciFi Redaktion

Gold erholt sich nach Jahrestief, Iran-Risiko bleibt

Der Spotpreis für Gold stieg am Montag zeitweise um 2,4 Prozent auf 3.966,71 US-Dollar je Unze, nachdem er am Freitag ein Jahrestief erreicht hatte. Sinkende Ölpreise dämpften Inflations- und Zinssorgen und stützten damit das zinslose Edelmetall.**

Am Freitag hatte Gold 3,6 Prozent verloren und den niedrigsten Stand seit Oktober 2025 erreicht. Der anschließende Rückprall folgte auf einen besonders schwachen Monat: Der Oktober war für das Edelmetall der schlechteste seit 2008. Käufer nutzten den Preisrückgang, während der 14-Tage-RSI, ein Indikator für überkaufte oder überverkaufte Märkte, von unter 30 am Freitag auf etwa 37 am Montag stieg.

Der Ölpreis fiel am Montag um mehr als 6 Prozent. Das milderte die Sorge vor weiterem Inflationsdruck und verringerte zugleich die Erwartungen, dass die US-Zinsen länger hoch bleiben. Das kann Gold zugutekommen: Anders als verzinsliche Anlagen wirft das Edelmetall selbst keine laufenden Zinsen ab. Für Goldanleger wirken damit derzeit unterschiedliche Kräfte. Günstigeres Öl und geringere Zinssorgen unterstützen den Preis, während geopolitische Risiken und die Erwartung höherer Zinsen ihn belasten können.

Diplomatie drückt den Ölpreis, Angriffsrisiko bleibt

Iran und Katar führten den dritten Tag in Folge Gespräche, die auf ein Ende des Kriegs zwischen den USA und Israel gegen Iran zielten. US-Außenminister Marco Rubio sagte, Donald Trump bevorzuge eine diplomatische Lösung und wolle militärische Gewalt vermeiden. Über ein militärisches Vorgehen habe Trump noch nicht entschieden.

Gleichzeitig bleibt eine Eskalation ein Risiko für die Energieversorgung. Trump hat wiederholt gewarnt, die USA könnten nach den Zwischenwahlen erneut Angriffe auf Iran aufnehmen. Teheran drohte seinerseits mit einer breiteren Vergeltung. Neue Kämpfe könnten die Ölpreise wieder nach oben treiben und damit den Inflations- und Zinssorgen erneut Auftrieb geben. Das wäre ein anderer Impuls für Gold als die Entspannung, die der Ölpreisrückgang am Montag ausgelöst hat.

Die US-Zwischenwahlen stehen am Dienstag an. Damit rückt der Zeitraum in den Fokus, nach dem Trump weitere Angriffe erwogen hat; parallel laufen die diplomatischen Gespräche weiter.

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