Neuseelands Jobwachstum fällt ins Minus
· VinciFi Redaktion

Neuseelands Beschäftigungswachstum lag im Septemberquartal bei minus 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Das Ergebnis blieb hinter der Prognose zurück und kommt nach einer knappen Zinsentscheidung der RBNZ: Ende Oktober hielt sie den Leitzins mit 4:3 Stimmen bei 2,75 Prozent.**
Die monatlichen Stellenindikatoren zeichneten zuletzt ein freundlicheres Bild: Im September stieg die Zahl der besetzten Stellen gegenüber August um 0,3 Prozent oder 7.227 auf 2,36 Millionen. Stats NZ verzeichnete damit den dritten monatlichen Zuwachs in Folge. Diese Reihe zählt besetzte Stellen; die Quartalszahl misst die Beschäftigungsentwicklung und ist deshalb eine andere Kennzahl.
Für das Septemberquartal hatten Ökonomen ein Plus von 0,4 Prozent erwartet. Im Vorquartal war die Beschäftigung noch um 0,5 Prozent gewachsen. Der Vergleich zeigt, wie deutlich sich die Entwicklung gegenüber der Erwartung und dem vorherigen Quartal abgekühlt hat.
Die Arbeitsmarktdaten sind auch für den Zinskurs wichtig. Ende Oktober hielt die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) ihren Leitzins bei 2,75 Prozent. Die Entscheidung fiel mit vier zu drei Stimmen. Der Ausschuss war sich also uneinig, ob die Geldpolitik bereits angepasst werden sollte.
Gleichzeitig bleibt die Inflation ein Gegengewicht: Die Verbraucherpreise lagen im Septemberquartal 3,7 Prozent über dem Vorjahreszeitraum, nach 4,1 Prozent im Juni. Damit lag die Inflation weiterhin über dem RBNZ-Zielband von 1 bis 3 Prozent. Eine schwächere Beschäftigungsentwicklung könnte den Lohndruck begrenzen; der Preisanstieg spricht dagegen dafür, dass die Notenbank vorsichtig bleibt.
Auch Anleihe- und Devisenmärkte reagieren auf die Zinsaussichten. Neuseeländische Staatsanleihen schlossen vor der Veröffentlichung 2 bis 3 Basispunkte fester. Ein stärkeres Ergebnis hätte laut Markteinschätzungen die Erwartungen an eine Zinserhöhung im Dezember stützen können. Für den neuseeländischen Dollar hängt damit viel daran, ob Arbeitsmarktdaten den erwarteten Kurs der RBNZ verändern.
Das Quartalsergebnis liefert der Notenbank nun ein schwächeres Beschäftigungssignal, während die Inflation weiter über ihrem Ziel liegt. Diese gegenläufigen Daten könnten die Unsicherheit über den nächsten Zinsschritt und damit auch über die Richtung der neuseeländischen Zins- und Währungsmärkte hochhalten.