Micron soll Arbeiten an Taiwan-Chipwerk pausieren
· VinciFi Redaktion

Berichten zufolge hat Micron Arbeiten an einem Chipwerk in Taiwan pausiert; das Vorhaben wird mit 4,5 Mrd. US-Dollar beziffert. Der Schritt fällt in einen Streit um Boni und Gewinnbeteiligung, der Microns Abläufe vor Ort beeinträchtigen könnte.**
Im Zentrum des Arbeitskonflikts steht die Gewinnbeteiligung. Nahezu 70 Prozent der Gewerkschaft am Standort Taoyuan lehnten ein neues Bonusangebot ab. Bei einem Streik in Taiwan beteiligte sich nur eine kleine Gruppe von Micron-Beschäftigten. Die Auseinandersetzung dreht sich damit um die Verteilung von Boni und Erträgen zwischen dem Unternehmen und den Beschäftigten.
Die Gespräche verlaufen an Microns Standorten unterschiedlich. Das Unternehmen und die Gewerkschaft am Standort Taichung unterzeichneten im Oktober eine Vereinbarung und zogen einen Antrag auf Vermittlung zurück. Die zuständige taiwanische Behörde erklärte, die Vereinbarung sei rechtmäßig zustande gekommen, und respektiere die Einigung beider Seiten.
Der Konflikt in Taoyuan ist davon getrennt. Die dortige Gewerkschaft hielt an ihrer Forderung nach Gewinnbeteiligung fest und wandte sich wegen des Streits an die taiwanischen Behörden. Eine Einigung in Taichung beendet den Konflikt in Taoyuan daher nicht automatisch. Micron und die Taoyuan-Gewerkschaft sollten ihre Verhandlungen am 6. November fortsetzen.
Die gemeldete Pause bei Arbeiten am Chipwerk wird mit dem Arbeitsstreit in Verbindung gebracht. Die Verhandlungen in Taoyuan sind damit ein eigener Teil der angespannten Lage bei Micron in Taiwan. Ein anhaltender Konflikt könnte die Abläufe des Unternehmens vor Ort beeinträchtigen. Die Gespräche am 6. November sind der nächste konkrete Schritt im Streit um Boni und Gewinnbeteiligung.