Eurozone-Erzeugerpreise steigen im September auf 11,1 %
· VinciFi Redaktion

Die Erzeugerpreise in der Eurozone lagen im September 11,1 % über dem Vorjahresmonat und damit über der Prognose von 10,6 %.**
Noch im August hatte der jährliche Anstieg 8,2 % betragen. Im Monatsvergleich waren die Erzeugerpreise damals um 1,9 % gestiegen, nach 1,6 % im Juli. Energie trieb die Augustwerte: Ihre Erzeugerpreise legten im Euroraum binnen eines Monats um 5,6 % und gegenüber dem Vorjahr um 21,0 % zu.
Auch der Monatswert zieht an
Im September stiegen die Preise gegenüber dem Vormonat um 2,5 %. Damit entsprach der Monatswert der Prognose; der vorherige Monatsanstieg hatte bei 1,9 % gelegen. Beim Jahresvergleich übertraf der Septemberwert die Erwartung von 10,6 %. Die drei Vergleichswerte zeigen, wie sich der jährliche Anstieg gegenüber dem Vorwert und der Prognose einordnet.
Der Erzeugerpreisindex ist kein Verbraucherpreismaß. Für Abnehmer aus anderen Branchen können höhere Einkaufspreise den Aufwand erhöhen. Wie stark sich das auf die Kosten und Margen einzelner Unternehmen auswirkt, hängt unter anderem davon ab, welche Vorprodukte sie einkaufen und ob sie höhere Preise weitergeben können. Steigende Erzeugerpreise sind deshalb ein mögliches Signal für anhaltenden Preisdruck, aber kein direkter Messwert für die Preise im Supermarkt.
Auch in Deutschland stiegen die Preise auf Herstellerebene: Industrieprodukte für den Inlandsverkauf kosteten im September 6,7 % mehr als ein Jahr zuvor und 1,9 % mehr als im August. Dieser nationale Wert erfasst einen anderen Ausschnitt als der Wert für den gesamten Euroraum. Er zeigt zugleich, dass die Preisentwicklung innerhalb der Währungsunion nicht überall gleich ausfallen muss.
Zum Vergleich: Die Verbraucherpreise im Euroraum lagen im September 3,8 % über dem Vorjahresmonat. Dieser Index bildet die Preisentwicklung für Haushalte ab und ist nicht mit dem Erzeugerpreisindex gleichzusetzen. Die deutlich stärkere Rate bei den Erzeugerpreisen kann auf Kostendruck in der Industrie hindeuten. Wenn Unternehmen ihn an Kunden weiterreichen, könnte daraus zusätzlicher Aufwärtsdruck auf weitere Preise entstehen.