Kreml: Russischer Diesel soll weiter Käufer finden
· VinciFi Redaktion

Der Kreml sagt, Tanker mit russischem Diesel änderten ihre Routen, doch die Ladung werde weiterhin Abnehmer finden. Die Kurswechsel könnten geplante Lieferungen in die USA erschweren.**
Der Tanker Leruo änderte sein Zielsignal am 2. November auf Brasilien. Das Signal weist ein Ziel aus, belegt aber nicht, dass das Schiff tatsächlich dorthin fährt. Die Talisman befand sich vor Algerien und sendete „for orders“. Das bedeutet: Für die Ladung gibt es noch keinen bestätigten Käufer oder Zielhafen. Beide Schiffe hatten zuvor die US-Atlantikküste als Ziel angezeigt. Der Kreml erklärte zudem, über kommerzielle Angelegenheiten könne er nicht sprechen.
Sanktionen erschweren Geschäfte mit den Ladungen
Die Talisman steht unter Sanktionen der USA, Großbritanniens und der EU. Für die Leruo gelten Sanktionen Großbritanniens, der EU und Kanadas. Das kann den Spielraum für Käufer, Hafenbetreiber und weitere Dienstleister einschränken. Am 2. November warnte New Jerseys Gouverneurin Mikie Sherrill Hafen- und Terminalbetreiber schriftlich vor möglicher zivil- und strafrechtlicher Haftung, falls sie russischen Diesel kaufen oder entladen. Die US-Regierung vertritt dagegen die Position, dass die Maßnahme rechtmäßig ist.
Ein dritter Tanker, die Agioi Fanendes, schien weiterhin in Richtung New York zu fahren, sendete aber ebenfalls das Signal „for orders“. Ukrainische Regierungsquellen berichteten von insgesamt acht Tankern mit mehr als 300.000 Tonnen russischem Diesel, die möglicherweise für die USA bestimmt sind. Als erwartete Ankunftszeitpunkte nannten sie den Zeitraum vom 7. bis zum 18. November. Damit stehen neben den beiden umgeleiteten Schiffen weitere mögliche Lieferungen im Raum, deren tatsächliche Zielhäfen für den US-Dieselmarkt relevant sein könnten.
Russland plant höhere Ausfuhren im November
Russlands Vizepremier Alexander Novak bezifferte die geplante Diesel-Ausfuhr für November auf 2.150.000 Tonnen. Für Oktober nannte er 510.000 Tonnen. Die Zahlen beschreiben geplante beziehungsweise genannte Exportmengen, nicht bestätigte Lieferungen in die USA. Die höheren Ausfuhrpläne stehen damit neben den Schwierigkeiten, für einzelne Ladungen Abnehmer und passende Routen zu finden.
Die erwarteten Ankunftszeiträume vom 7. bis zum 18. November könnten Hinweise darauf geben, welche der Ladungen US-Häfen erreichen. Für Käufer und Betreiber bleibt auch die mögliche rechtliche Auseinandersetzung um den Umgang mit russischem Diesel ein Faktor.