Vitol-Chef sieht niedrige Ölbestände

· VinciFi Redaktion

Vitol-Chef sieht niedrige Ölbestände

Russell Hardy, Chef des Ölhandelshauses Vitol, sagt, die Ölbestände seien niedrig und freie Förderkapazitäten begrenzt. Das könnte den Spielraum des Markts bei weiteren Lieferstörungen einschränken.**

Hardy beschreibt die Lage in einem am 2. November veröffentlichten Beitrag als Folge geopolitischer Störungen: Das Angebot sei geschrumpft, die Preise hätten reagiert und die Märkte hätten sich kurzfristig angepasst. Neue Handelswege seien entstanden, während weltweit Lagerbestände abgebaut worden seien. Als Beispiel nennt er Kerosinlieferungen aus den USA nach Australien.

Hardy schätzt, dass die weltweite Ölnachfrage seit Ende Februar um mehr als 2,5 Millionen Barrel pro Tag gesunken ist. Ohne den Einbruch während der Pandemie wäre dies der stärkste jährliche Rückgang. Vitol führt den Nachfragerückgang vor allem auf hohe Preise zurück, die den Verbrauch von Kraftstoffen im Verkehr und petrochemischen Ausgangsstoffen gebremst hätten.

IEA erwartet Rückgang des Ölangebots 2026

Die Internationale Energieagentur erwartet für 2026 im Jahresmittel einen Rückgang des globalen Ölangebots um 5,8 Millionen Barrel pro Tag auf 100,7 Millionen Barrel täglich. Im September war die Förderung gegenüber dem Vormonat allerdings um 2,5 Millionen Barrel pro Tag gestiegen. Für 2027 prognostiziert die Agentur eine Erholung des Angebots um 7,7 Millionen Barrel pro Tag. Die Zahlen zeigen, dass die Versorgungslage innerhalb eines Jahres stark schwanken kann.

Ein Teil der Reserve liegt zudem in staatlichen Notfallbeständen. Die IEA erklärte im Oktober, ihre Mitgliedstaaten verfügten noch über rund 1,1 Milliarden Barrel öffentlich gehaltene Notfallvorräte. Die vollständige Freigabe der im Rahmen der März-Aktion zugesagten, aber noch nicht freigegebenen Bestände würde rund 100 Millionen Barrel auf den Markt bringen.

Hardy erwartet zugleich, dass die Ölnachfrage trotz des diesjährigen Rückgangs bis Anfang der 2030er-Jahre weiter wächst. Für den Markt kommt es damit sowohl auf die Erholung des Angebots als auch auf die Entwicklung des Verbrauchs an. Die IEA rechnet bereits für 2027 mit einer kräftigen Angebotszunahme.

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