Rezaei knüpft Hormus-Öffnung an Irans Forderungen

· VinciFi Redaktion

Rezaei knüpft Hormus-Öffnung an Irans Forderungen

Irans Sicherheitschef Mohsen Rezaei sagt, die Straße von Hormus bleibe geschlossen, bis Teherans Forderungen erfüllt sind. Anhaltende Einschränkungen könnten den Öltransport durch eine der wichtigsten Seerouten der Welt belasten.**

Außenminister Abbas Araghchi nannte als Bedingungen unter anderem die Aufhebung von Sanktionen, weniger US-Truppen in der Region, die Wiederherstellung von Ausnahmen für iranische Ölexporte und die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögen. Dazu zählt laut Araghchi auch Geld, das in Katar liegt. Die Forderungen gehören zu einem Vorschlag für eine mögliche Öffnung der Meerenge.

Araghchi sagte, mit katarischer Vermittlung sei die Umsetzung des Vorschlags auf zwei Tage verkürzt worden. Das gilt nur, falls die USA Irans Bedingungen akzeptieren. Die Gespräche mit den Vermittlern liefen weiter. Rezaei sagte zudem, er habe einen Brief von US-Vizepräsident JD Vance gelesen, aber noch nicht beantwortet. Den veränderten Ton aus Washington bezeichnete er als positives Zeichen.

Hormus ist eine zentrale Route für den Ölhandel

Im ersten Halbjahr 2025 passierten im Schnitt 20,9 Millionen Barrel Rohöl und Ölprodukte pro Tag die Straße von Hormus. Das entsprach 26,2 Prozent des weltweiten seegestützten Ölhandels. Zum Vergleich: Durch die Straße von Malakka liefen im selben Zeitraum 23,2 Millionen Barrel täglich, am Kap der Guten Hoffnung waren es 9,1 Millionen. Die Daten stammen von der US-Energieinformationsbehörde.

Risiken für den Schiffsverkehr standen bereits im Oktober im Fokus des Ölmarkts. Am Freitag legte der aktivere Januar-Kontrakt für Brent um 2,63 US-Dollar auf 113,43 US-Dollar je Barrel zu. Der ausgelaufene Dezember-Kontrakt schloss bei 117,64 US-Dollar. Brent beendete den Monat 13,6 Prozent höher, US-Öl der Sorte WTI stieg im Oktober um 15,2 Prozent. Händler sorgten sich vor einer Eskalation im Iran-Konflikt; ein Angriff auf einen Tanker in der Meerenge hob die Versorgungsrisiken hervor. Die Preisbewegungen zeigen damit ein bereits angespanntes Umfeld, nicht allein eine Reaktion auf Rezaeis Äußerung.

Katar vermittelt weiter zwischen Teheran und Washington

Araghchis Vorschlag und Rezaeis Aussage setzen unterschiedliche Akzente, knüpfen eine Öffnung aber beide an iranische Bedingungen. Für Energie- und Schifffahrtsmärkte bleibt entscheidend, ob die Vermittlung zu einer Vereinbarung führt und der Verkehr durch die Meerenge wieder aufgenommen wird. Als nächster Schritt laufen die Gespräche mit katarischer Vermittlung weiter; eine Öffnung binnen zwei Tagen sieht der Vorschlag nur für den Fall vor, dass Washington den Bedingungen zustimmt.

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