Iran: Trump und Netanjahu verschärfen ihre Warnungen
· VinciFi Redaktion

Donald Trump und Benjamin Netanjahu verschärfen den Druck auf Teheran, während sich in Iran die Sorge vor einer neuen Eskalation ausbreitet. Eine erneute US-Attacke ist damit nicht beschlossen: Zugleich hält Iran nach eigenen Angaben Gesprächskanäle offen.**
Benjamin Netanjahu warnte zwei Tage vor der israelischen Wahl, Iran oder mit Teheran verbündete Gruppen könnten versuchen, den Urnengang zu stören. Bei einem Besuch an einer israelischen Raketenabwehrstellung sagte der Ministerpräsident, Israels Streitkräfte seien für Verteidigung und Angriff bereit. Er drohte mit einem harten Gegenschlag, falls Israel angegriffen werde.
Trump wiederum ließ am Samstag die Möglichkeit eines Angriffs anklingen, sagte aber auch, es werde an diesem Tag keinen US-Angriff geben. Berichte über militärische Planungen beschreiben Optionen für neue Schläge, die eine Zustimmung des Weißen Hauses voraussetzen würden. Das ist keine Entscheidung über einen Einsatz. Die israelische Wahl ist für den 27. Oktober angesetzt, die US-Zwischenwahlen folgen am 3. November.
Teheran hält nach Angaben des iranischen Außenministeriums weiter Kontakt zu den USA über Vermittler. Sprecher Esmail Baghaei sagte, Iran habe die Tür zur Diplomatie nicht geschlossen. Damit laufen Warnungen und diplomatische Signale parallel, auch wenn die Spannungen die Bevölkerung verunsichern. Ein früherer iranischer Regierungsvertreter sagte, die Führung bereite sich auf verschiedene Szenarien vor.
Straße von Hormus bleibt ein möglicher Risikokanal
Die militärische Unsicherheit betrifft auch den Schiffsverkehr. In den vergangenen Wochen wurden in der Straße von Hormus besonders viele Angriffe auf Handelsschiffe gemeldet. Iran hat zudem US-Stützpunkte und Verbündete in der Region bedroht und weitere mögliche Ziele ins Spiel gebracht, darunter Unterseekabel durch die Meerenge.
Für Energiemärkte könnte eine weitere Eskalation relevant werden, falls sie den Verkehr durch die Straße von Hormus beeinträchtigt. Eine Zuspitzung könnte deshalb die Unsicherheit über Versorgung und Preise erhöhen; eine konkrete Marktbewegung belegen die vorliegenden Angaben jedoch nicht.
Als nächste politische Wegmarken stehen die israelische Wahl am 27. Oktober und die US-Zwischenwahlen am 3. November an. Bis dahin bleibt entscheidend, ob die militärischen Drohungen in konkrete Schritte münden oder die Gesprächskanäle einen Weg zurück zur Diplomatie eröffnen.