Hormus: UKMTO berichtet von Treffer auf Rohöltanker
· VinciFi Redaktion

UKMTO berichtet, dass ein Rohöltanker beim Auslaufen aus der Straße von Hormus von einem unbekannten Geschoss getroffen wurde; die Information ging verspätet ein. Die Route transportiert große Mengen Öl, deshalb können Sicherheitsrisiken dort auch die Rohölpreise bewegen.**
UKMTO erhielt den Bericht vom Sicherheitsbeauftragten des Schiffsunternehmens. Zum Zeitpunkt der ersten Warnung waren keine Verletzungen der Besatzung und keine Umweltschäden gemeldet. Die Behörden untersuchen den Vorfall.
Die Bedeutung der Route zeigt sich an den Transportmengen. 2024 passierten laut US-Energieinformationsbehörde im Schnitt rund 20 Millionen Barrel Öl pro Tag die Straße von Hormus. Das entsprach etwa einem Fünftel des weltweiten Verbrauchs flüssiger Erdölprodukte. Ein Zwischenfall dort kann deshalb die Sorge vor möglichen Lieferunterbrechungen verstärken, auch wenn ein Treffer auf ein einzelnes Schiff nicht automatisch den Öltransport stoppt.
Die Brent-Futures für Dezember lagen am Freitag um 17.07 Uhr GMT 2,5 Prozent höher bei 117,75 US-Dollar je Barrel. Der Kontrakt war damit auf Kurs zu einem vierten Monatsanstieg in Folge. Die Attacke auf den Tanker unterstrich die Angebotsrisiken, während Händler zugleich eine mögliche weitere Eskalation des Konflikts in der Region einpreisten. Für den Ölmarkt zählen dabei sowohl der tatsächliche Transport durch Hormus als auch die Einschätzung, ob die Passage sicher bleibt.
Der Vorfall fällt in einen Monat mit zahlreichen Angriffen auf die Schifffahrt. Nach Daten der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation waren bis zum 27. Oktober mindestens 30 Schiffe getroffen worden, überwiegend Öltanker; mindestens 16 Seeleute wurden verletzt. Diese Entwicklung kann die Risikoeinschätzung von Reedereien und Ölhändlern beeinflussen. Der nächste konkrete Schritt ist die Untersuchung des aktuellen Vorfalls durch die Behörden.