Deutschlands PMI überrascht, Eurozone verliert Tempo
· VinciFi Redaktion

Deutschlands Composite-PMI für Oktober liegt mit 53,4 Punkten über der Prognose von 52,8. In der Eurozone sank der Index auf 51,7 Punkte und blieb damit unter den erwarteten 51,9.**
Auch Großbritannien und Italien meldeten im Oktober Composite-Werte über der Wachstumsschwelle: Der britische Index lag bei 52,9 Punkten, der italienische bei 50,8. Für Großbritannien hatten die Erwartungen bei 53,1 gelegen; Italiens Wert entsprach genau der Prognose. Der italienische Dienstleistungs-PMI übertraf sie mit 52,0 Punkten gegenüber erwarteten 51,5.
Ein Wert über 50 signalisiert laut der Umfrage wachsende Aktivität. Damit deutet keiner der vier Composite-Indizes auf einen Rückgang hin, das Tempo unterscheidet sich aber deutlich. Deutschlands Wert lag am höchsten, während Italiens nur knapp über der Schwelle blieb.
Die Aufteilung nach Branchen zeigt ein weniger kräftiges Bild für die Dienstleistungen. Deutschlands Dienstleistungs-PMI erreichte 52,5 Punkte. Im September hatte er bei 52,9 gelegen. Nach der Unternehmensumfrage gingen neue Aufträge weiter zurück; zugleich sank die Beschäftigung im deutschen Dienstleistungssektor erstmals seit drei Monaten.
Auch in der Eurozone ließ die Dynamik nach. Der Composite-PMI fiel von 53,1 im September auf 51,7 und erreichte damit den niedrigsten Stand seit vier Monaten. Der Dienstleistungsindex sank im selben Zeitraum von 53,0 auf 51,4 Punkte. Die Zahl der neuen Aufträge ging zu Beginn des vierten Quartals leicht zurück. Unternehmen bauten zudem zum elften Mal innerhalb von zwölf Monaten ihre Auftragsbestände ab.
Für Unternehmen und Anleger in Europa zeichnen die Umfragen damit ein gemischtes Konjunkturbild: Die Aktivität wächst in den erfassten Regionen weiter, doch die Eurozonenwerte verlieren deutlich an Schwung. Besonders die Entwicklung bei Dienstleistungen und neuen Aufträgen kann Hinweise darauf geben, wie breit die wirtschaftliche Expansion getragen wird.