BIST 100 verliert im September 16,65 Prozent
· VinciFi Redaktion

Der türkische Leitindex BIST 100 verlor im September 16,65 Prozent und verzeichnete damit seinen schlechtesten Monat seit 2008. Der Fondsskandal belastet den Aktienmarkt und kann den Verkaufsdruck auf weitere Titel ausweiten.**
Zum Handelsschluss am 21. Oktober stand der BIST 100 bei 11.577,12 Punkten, 1,87 Prozent unter dem Vortag. Ende September lag der Index mehr als 20 Prozent unter seinem Rekordschluss vom 11. Mai.
Der Rückgang des Index ist nicht gleichzusetzen mit dem Verlust an Börsenwert. Für die gesamte Borsa Istanbul sank die Marktkapitalisierung im September um 23,3 Prozent auf 17,6 Billionen türkische Lira. Das entsprach einem Minus von 5,3 Billionen Lira oder rund 108,5 Milliarden US-Dollar.
Im Zentrum der Krise stehen Fonds, die Schwierigkeiten mit Rückzahlungen an Anleger hatten. Die türkische Kapitalmarktaufsicht SPK ordnete am 17. September die Abwicklung von 131 Fonds aus sieben Vermögensverwaltungsgesellschaften an. Nach Angaben der Aufsicht waren davon 455.758 einzelne Anleger betroffen. Die Fonds verwalteten zusammen Vermögen von mehr als 20 Milliarden US-Dollar.
Der Verkaufsdruck kann sich über die betroffenen Fonds hinaus auf den Markt übertragen: Einige Fonds waren stark in wenig gehandelten Aktien investiert. Als Anleger Geld zurückforderten, mussten Fonds nach Einschätzung von Marktbeobachtern teils liquide Aktien verkaufen, um Auszahlungen zu bedienen. Solche Verkäufe können Kursverluste auch bei anderen Titeln verstärken und weitere Rücknahmen begünstigen.
Neben der Abwicklung läuft eine Untersuchung wegen des Verdachts auf Marktmanipulation. Am 21. Oktober ordneten die Behörden nach Medienberichten die Festnahme von 31 Verdächtigen wegen Aktiengeschäften in vier börsennotierten Unternehmen an; 26 wurden festgenommen. Damit setzt sich die Aufarbeitung fort, während der BIST 100 weiter deutlich unter seinem Rekordstand notiert.