Banken heben Ölpreisprognosen für 2026 und 2027 an
· VinciFi Redaktion

Große Banken setzen ihre Ölpreisprognosen für 2026 herauf: Brent liegt nun bei 90,40 US-Dollar je Barrel, WTI bei 84,38 US-Dollar.**
Für das vierte Quartal 2026 liegt die Brent-Prognose der Banken bei 94,78 US-Dollar je Barrel, nach zuvor 90,22 US-Dollar. Für WTI stieg die Schätzung auf 88,10 US-Dollar von 85,47 US-Dollar. Auch die Jahresprognosen für 2027 wurden angehoben: Brent auf 76,74 US-Dollar und WTI auf 70,52 US-Dollar je Barrel.
Die Prognosen für einzelne Quartale weichen von den Jahresprognosen ab. Für das erste Quartal 2027 rechnen die Banken bei Brent nun mit 84,63 US-Dollar je Barrel, zuvor waren es 83,44 US-Dollar. Die WTI-Schätzung sank dagegen leicht auf 79,71 US-Dollar von 79,88 US-Dollar. Jahresprognosen und Prognosen für einzelne Quartale beziehen sich auf unterschiedliche Zeiträume.
Angebotsrisiken treffen auf schwächere Nachfrage
Am Freitag um 10:45 GMT lagen Brent-Futures für Dezember bei 117,62 US-Dollar je Barrel. Das war der damalige Stand am Terminmarkt, keine Jahresprognose. Die hohen Notierungen fielen mit neuen Sorgen über die Versorgung aus dem Nahen Osten zusammen: Ein Angriff auf einen Tanker in der Straße von Hormus rückte mögliche Lieferstörungen in den Fokus.
Auch die Internationale Energieagentur erwartet ein angespanntes Marktumfeld. Sie rechnet für 2026 mit einem Rückgang der weltweiten Ölnachfrage um 2,6 Millionen Barrel pro Tag im Jahresvergleich. Zugleich dürfte das weltweite Angebot im Jahresmittel um 5,8 Millionen Barrel pro Tag sinken, bevor es 2027 wieder um 7,7 Millionen Barrel pro Tag zulegt. Schwächere Nachfrage wirkt einem Preisanstieg entgegen, während knapperes Angebot und Transportprobleme den Markt stützen können.
Einzelne Bankenschätzungen liegen teils deutlich über den Jahresprognosen der Umfrage. ANZ hob seine Brent-Prognose für den Jahresabschluss auf 105 US-Dollar je Barrel an, UBS auf 110 US-Dollar. Diese Werte beziehen sich auf den erwarteten Preis zum Jahresende und sind deshalb nicht direkt mit Prognosen für ein ganzes Jahr vergleichbar.
Die Umfrage deutet auf hohe Ölpreise bis zum Ende des Jahres und niedrigere Prognosen für 2027. Quelle: Umfrage unter großen Banken.