Ölpreise geben bei Iran-Gesprächen nach
· VinciFi Redaktion

Die Ölpreise geben nach, während iranische Unterhändler und katarische Vermittler über ein Ende des Kriegs sprechen. Eine Entspannung könnte die Sorge vor Lieferausfällen mindern und den Risikoaufschlag am Ölmarkt senken.**
Der Rückgang lag bei mehr als 1 %. In Doha berieten iranische Unterhändler am Sonntag den dritten Tag in Folge mit katarischen Vermittlern. Irans Außenminister Abbas Araghchi sagte, die Konsultationen liefen weiter, hätten aber noch kein endgültiges Ergebnis gebracht. Im Zentrum steht auch ein Vorschlag, die Straße von Hormus binnen zwei Tagen wieder zu öffnen. Die Meerenge ist ein wichtiger Engpass für den weltweiten Energiehandel.
Der Rückgang folgt auf Kursgewinne am Freitag. Der aktivere Brent-Kontrakt zur Januar-Lieferung stieg um 2,63 US-Dollar und schloss bei 113,43 US-Dollar je Barrel. US-Öl der Sorte WTI legte um 2,12 US-Dollar auf 104,12 US-Dollar je Barrel zu. Beide Referenzpreise erreichten damit den höchsten Stand seit Ende April. Im Oktober verteuerte sich Brent um 13,6 %, WTI um 15,2 %.
Zuvor hatte ein Angriff auf einen Tanker in der Straße von Hormus die Risiken für den Öltransport in der Region verdeutlicht. Sinkt durch die Vermittlung die Gefahr von Lieferunterbrechungen, könnten Brent und WTI einen Teil ihres geopolitischen Risikoaufschlags verlieren. Niedrigere Referenzpreise könnten die Verkaufserlöse von Ölproduzenten belasten; die Wirkung auf einzelne Aktien hängt jedoch auch von deren Geschäft ab.
Auch der politische Zeitplan beeinflusst die Lage. US-Präsident Donald Trump sagte, die Vereinigten Staaten würden vor den Zwischenwahlen am 3. November keine neuen Angriffe auf Iran starten. Weitere militärische Schritte danach schloss er nicht aus. Im Zentrum der weiteren Gespräche steht weiterhin der Vorschlag, die Straße von Hormus binnen zwei Tagen wieder zu öffnen.