Eurozonen-Inflation steigt im Oktober auf 4,0 Prozent
· VinciFi Redaktion

Die jährliche Inflation im Euroraum lag im Oktober bei 4,0 Prozent, nach 3,8 Prozent im September. Der Wert entsprach der Prognose und kann dennoch für die Erwartungen an den EZB-Zinskurs wichtig sein.**
Auf Monatssicht stiegen die Verbraucherpreise im Oktober um 0,4 Prozent. Im September hatte der Anstieg noch 0,6 Prozent betragen. Auch der Monatswert entsprach der Prognose.
Im August hatte die jährliche Inflationsrate bei 3,2 Prozent gelegen. Im September zog sie auf 3,8 Prozent an, bevor sie im Oktober weiter auf 4,0 Prozent stieg. Die Oktoberzahl ist eine vorläufige Schätzung.
Die EZB führte den Anstieg der Jahresinflation im September vor allem auf höhere Energiepreise zurück. Der EZB-Rat warnte im Oktober, dass weiter steigende Energiepreise die Inflationsrisiken erhöhen und das Wachstum belasten könnten. Über indirekte Effekte könnten sie zudem auf weitere Preise durchschlagen. Das beschreibt den Hintergrund für September; es belegt nicht, welche Komponenten den Oktoberwert bestimmt haben.
Am 29. Oktober ließ die EZB ihre drei Leitzinsen unverändert. Der Einlagensatz blieb bei 2,50 Prozent, der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,65 Prozent und der Spitzenrefinanzierungssatz bei 2,90 Prozent. Der Rat richtet seine Beschlüsse nach den Inflationsaussichten, den Risiken sowie den neuen Wirtschafts- und Finanzdaten aus und hat sich nicht auf einen festen Zinspfad festgelegt.
Auch die Inflationserwartungen professioneller Prognostiker haben sich verschoben: In der EZB-Umfrage für das vierte Quartal wurden die Erwartungen für 2026 um 0,3 und für 2027 um 0,4 Prozentpunkte angehoben. Eine anhaltend höhere Teuerung könnte den Spielraum für Zinssenkungen begrenzen. Für Zins- und Anleihemärkte bleibt deshalb entscheidend, wie sich Inflation und Konjunktur in den kommenden Daten entwickeln.