Meta einigt sich mit Klägerin vor Social-Media-Prozess
· VinciFi Redaktion

Meta hat eine Klage einer Jugendlichen wegen angeblicher Schäden durch soziale Medien beigelegt. Der Prozess in Los Angeles soll nun nur gegen Snap weitergehen, wodurch Meta in diesem Verfahren vorerst nicht mehr vor der Jury steht.**
Die Jury-Auswahl für das Verfahren hatte am Mittwoch begonnen. Die Klägerinnen werfen Meta und Snap vor, ihre Plattformen so gestaltet zu haben, dass Jugendliche sie zwanghaft nutzen und dadurch psychische Probleme entwickeln. Meta hatte bereits wenige Tage zuvor die Klage einer weiteren Jugendlichen beigelegt. Auch TikTok und YouTube hatten sich mit den beiden Klägerinnen geeinigt.
Die Anwältin der nun beigelegten Klage erklärte, sie sei froh, für ihre Mandantin eine gerechte Lösung erreicht zu haben. Die Bedingungen der Einigung wurden in den Berichten nicht genannt. Die Vorwürfe selbst waren damit nicht Gegenstand eines Jury-Urteils in diesem Verfahren.
Ein Testfall für Tausende Klagen
Der Prozess wurde aus einer großen Zahl ähnlicher Verfahren ausgewählt. Ein Urteil hätte deshalb Hinweise geben können, wie weitere Klagen behandelt werden. Die Vorwürfe reichen über einzelne Familien hinaus: In US-Bundes- und einzelstaatlichen Gerichten klagen auch Schulbezirke, Kommunen und Behörden gegen Plattformunternehmen. Sie werfen ihnen vor, wissentlich Funktionen gefördert zu haben, die Kinder an die Apps binden und zur Krise der psychischen Gesundheit junger Menschen beitragen.
Ein früherer Prozess in Los Angeles endete im März mit einem Urteil gegen Meta und YouTube. Eine Jury befand beide Unternehmen für fahrlässig und sprach einer jungen Frau zusammen 6 Millionen US-Dollar Schadenersatz zu. Meta und andere Plattformunternehmen weisen den Vorwurf zurück, ihre Angebote seien darauf ausgelegt, Jugendliche abhängig zu machen. Sie erklären, Maßnahmen für mehr Sicherheit junger Nutzer ergriffen zu haben.
Für Meta nimmt die Einigung damit eine weitere einzelne Klage aus dem anstehenden Verfahren, beendet aber nicht die breitere juristische Auseinandersetzung um soziale Medien und Jugendliche. Der Prozess soll nun gegen Snap fortgesetzt werden. Eröffnungsplädoyers wurden für den 4. November erwartet; das Verfahren sollte voraussichtlich bis Mitte Dezember dauern.



