Frankreichs PMI fällt, Spread lag am 22. Oktober bei 177,7 Basispunkten
· VinciFi Redaktion

Frankreichs zusammengesetzter Einkaufsmanagerindex fiel im Oktober auf 48,4 Punkte; der Abstand zu den deutschen zehnjährigen Staatsanleihen lag am 22. Oktober bei 177,7 Basispunkten. Die Kombination aus schwächerer Aktivität und höherem Finanzierungsdruck rückt Frankreichs Konjunktur und Staatsfinanzen weiter in den Fokus.**
Der Einkaufsmanagerindex von S&P Global sank von 51,1 Punkten im September unter die Schwelle von 50. Werte darunter signalisieren eine schrumpfende Geschäftstätigkeit. Auch der Euroraum-Index ging zurück, blieb mit 51,9 Punkten aber im Wachstumsbereich.
S&P Global zufolge fiel die Nachfrage nach französischen Waren und Dienstleistungen so stark wie seit Mai nicht mehr. Der Dienstleistungsindex lag ebenfalls bei 48,4 Punkten. Der Industrie-Einkaufsmanagerindex sank auf 49,3 Punkte und damit auf den niedrigsten Stand seit elf Monaten. Die Erhebung zeigt damit eine breite Abkühlung, nicht nur eine Schwäche in einem einzelnen Wirtschaftszweig.
Anleihemarkt zeigt wachsende Nervosität
Der Abstand zwischen den Renditen französischer und deutscher zehnjähriger Staatsanleihen war am 22. Oktober auf 177,7 Basispunkte gestiegen, den höchsten Stand seit November 2011. Die französische Rendite erreichte an diesem Tag zeitweise 5,1415 Prozent. Anleger verlangen damit einen höheren Risikoaufschlag für französische Staatsschulden als für deutsche. Das kann die Finanzierung des Staates verteuern und den Spielraum für die ohnehin angespannte Haushaltsplanung einengen.
Auch die Unruhen treffen Geschäfte und Tourismus. In Paris schlossen Museen am 24. Oktober, während Luxusgeschäfte ihre Schaufenster sicherten oder geschlossen blieben. Rund 3.000 Geschäfte in Frankreich wurden beschädigt oder geplündert. Die Aktien von LVMH, Kering und Hermès gerieten ebenfalls unter Druck. Für die Luxusbranche könnten Ausfälle und weniger Besucher besonders zur Belastung werden, weil internationale Kunden für viele Geschäfte wichtig sind.
Moody’s beließ Frankreichs Kreditrating am 23. Oktober bei Aa3, bestätigte aber den negativen Ausblick. Damit blieb eine Herabstufung zunächst aus, während die Haushalts- und politischen Risiken weiter im Raum stehen. Am Anleihemarkt bleibt der Risikoaufschlag ein sichtbarer Indikator für die Einschätzung französischer Staatsfinanzen.

