Europas größte Luxusgruppen verlieren 250 Mrd. Euro Börsenwert

· VinciFi Redaktion

Europas größte Luxusgruppen verlieren 250 Mrd. Euro Börsenwert

Die größten europäischen Luxusgruppen haben in diesem Jahr rund 250 Mrd. Euro Börsenwert verloren. Die schwächere Nachfrage aus China setzt einen wichtigen Absatzmarkt der Branche unter Druck und könnte die Umsätze weiter belasten.**

LVMH erzielte in den ersten neun Monaten 2026 einen Umsatz von 57,1 Mrd. Euro; das organische Wachstum lag bei 2 %. Im dritten Quartal beschrieb der Konzern das Geschäft in China als weniger dynamisch. In den USA, Europa und Japan verzeichnete LVMH dagegen gutes Wachstum.

Kering meldete für das dritte Quartal einen Umsatz von 3,345 Mrd. Euro. Auf vergleichbarer Basis lag er 1 % unter dem Vorjahreszeitraum, während der ausgewiesene Umsatz stabil blieb. In Asien-Pazifik ohne Japan gingen Kerings Verkäufe um 8 % zurück. Auch Gucci, die größte Marke des Konzerns, setzte weniger um. Die schwächeren Verkäufe hingen mit weniger Ladenbesuchen in Festlandchina und Japan zusammen.

Auch widerstandsfähige Marken spüren die Flaute

Die Abkühlung betrifft nicht nur Anbieter, die bereits länger unter Druck stehen. Auch bei Hermès und Cartier auf dem chinesischen Festland sanken die Verkäufe im August und September um bis zu zweistellige Prozentwerte. Beide Marken hatten sich zuvor vergleichsweise widerstandsfähig gezeigt.

Schwache Immobilienmärkte und geringes Verbrauchervertrauen belasten die Ausgaben chinesischer Kunden. Neue Steuerregeln für Offshore-Trusts erhöhen zudem den finanziellen Druck auf wohlhabende Verbraucher. Weil China ein wichtiger Absatzmarkt für internationale Luxusmarken ist, kann eine anhaltende Zurückhaltung dort die Erholung der Branche erschweren.

Richemonts Zahlen beziehen sich auf ein anderes Quartal

Richemont meldete für sein erstes Geschäftsjahresquartal, das am 30. Juni 2026 endete, ein Umsatzplus von 20 % zu konstanten Wechselkursen. Der Konzern verwies auf eine starke Nachfrage der lokalen Kundschaft; die Verkäufe stiegen in allen Regionen. Dieser Zeitraum liegt vor den hier genannten dritten Quartalen von LVMH und Kering. Richemonts Zahlen zeigen daher eine frühere Entwicklung und sind kein zeitgleicher Vergleich der jüngsten Geschäftslage.

Die jüngsten Zahlen von LVMH und Kering rücken die Nachfrage aus China für den Luxusgütersektor erneut in den Mittelpunkt. Als Nächstes zeigen die kommenden Quartalsberichte, wie sich der Absatz in der Region bei den einzelnen Marken entwickelt.

Unternehmen in diesem Artikel.

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