Fed-Vertreterin Hammack verlangt weitere Straffung
· VinciFi Redaktion

Beth Hammack hält die Geldpolitik der US-Notenbank für nicht streng genug und spricht sich für weitere Straffungen aus. Das ist ihre Einschätzung, kein neuer Zinsbeschluss: Die nächste Entscheidung trifft der Offenmarktausschuss Ende Oktober.**
Hammack begründet ihre Haltung mit dem langsamen Rückgang der Inflation. Sie warnt, dass sich hohe Preissteigerungen verfestigen könnten. Unternehmen gäben höhere Kosten bereits an ihre Kunden weiter, sagte sie. Zugleich bevorzugt sie kleinere, dafür häufigere Zinsschritte statt großer Erhöhungen in größeren Abständen.
Inflation liegt weiter über dem Fed-Ziel
Der jüngste verfügbare Wert für den bevorzugten Inflationsmaßstab der Fed zeigt, warum die Preisentwicklung für die Notenbank zentral bleibt: Der PCE-Preisindex stieg im August gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,4 Prozent. Ohne Lebensmittel und Energie betrug der Anstieg 0,2 Prozent zum Vormonat. Das Inflationsziel der Notenbank liegt bei 2 Prozent.
Auch die Kostenlage in Unternehmen bleibt ein Thema. Im September-Beige-Book der Cleveland Fed hielten sich der Druck durch Nicht-Lohnkosten bereits zum zehnten Berichtszeitraum in Folge auf hohem Niveau. Als einen Treiber nannte die Fed dabei steigende Treibstoffkosten. Hammacks Sorge, dass Firmen ihre höheren Kosten an Kunden weitergeben, steht damit neben anhaltendem Kostendruck in den Unternehmen.
Im Ausschuss gibt es Erwartungen an weitere Schritte
Die Fed hob den Leitzinskorridor bei ihrer Sitzung im September um 0,25 Prozentpunkte auf 3,75 bis 4 Prozent an. Auch die eingereichten Zinsprojektionen deuten auf mögliche weitere Erhöhungen: 16 der 18 Teilnehmer, die Projektionen abgegeben hatten, hielten mindestens eine weitere Zinserhöhung in diesem Jahr für angemessen. Das sind Einschätzungen einzelner Ausschussmitglieder und kein gemeinsamer Beschluss für den nächsten Schritt.
Hammacks Plädoyer für kleinere, häufigere Anpassungen unterscheidet sich im Tempo von großen Zinsschritten, nicht aber in der Richtung: Sie hält eine weitere Straffung für nötig. Für Unternehmen, die höhere Kosten weitergeben, bleibt die Inflationsentwicklung damit eng mit der Debatte über den künftigen Zinskurs verknüpft.
Der Offenmarktausschuss kommt am 27. und 28. Oktober wieder zusammen. Dann entscheidet das Gremium über den Leitzins; Hammacks Aussagen allein ändern den geltenden Korridor nicht.