EZB hält Leitzinsen trotz Inflationsrisiken stabil
· VinciFi Redaktion

Die EZB lässt ihre drei Leitzinsen unverändert: Der Einlagensatz bleibt bei 2,50 Prozent, der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,65 Prozent. Für dich kann das bei Krediten und Sparzinsen wichtig sein, doch die Notenbank legt sich nicht auf den weiteren Zinsweg fest.**
Der Spitzenrefinanzierungssatz bleibt bei 2,90 Prozent. Die Entscheidung fiel wie erwartet aus. Damit verändert sich zunächst keiner der drei zentralen Zinssätze für den Euroraum.
Gleichzeitig sieht die EZB größere Risiken für die Preisentwicklung: Steigende Energiepreise könnten die Inflation nach oben treiben. Zugleich könnten sie das Wirtschaftswachstum bremsen. Die Notenbank hält die zugrunde liegende Inflation nach eigener Einschätzung weiterhin für weitgehend stabil. Bislang habe der Energieschock keine deutliche Reaktion bei den Löhnen ausgelöst.
Der Preisdruck ist zuletzt allerdings gestiegen. Eurostat bezifferte die jährliche Inflationsrate im Euroraum für September auf 3,8 Prozent, nach 3,2 Prozent im August. Ein Jahr zuvor hatte sie bei 2,2 Prozent gelegen. Der vorläufigen Eurostat-Schätzung zufolge lag die jährliche Teuerungsrate für Energie im September bei 18,8 Prozent, nach 14,3 Prozent im August. Diese Entwicklung erklärt, warum die Energiepreise in der Begründung der EZB eine wichtige Rolle spielen.
Für Kreditnehmer und Sparer bedeutet der unveränderte Beschluss zunächst, dass die Leitzinsen selbst keine neue Veränderung bringen. Für Anleger kann die Entscheidung deshalb vor allem als Signal für die künftigen Finanzierungskosten und Bewertungen relevant sein, nicht als Zusage, dass Zinsen auf diesem Niveau bleiben.
Der EZB-Rat will seine Entscheidungen weiterhin von den jeweils verfügbaren Daten abhängig machen und von Sitzung zu Sitzung bewerten. Einen festen Zinspfad hat er nicht angekündigt. Damit bleiben die Entwicklung der Energiepreise, der Inflation und der Wirtschaft entscheidend für die nächsten Zinsbeschlüsse.