Deutscher HVPI fällt auf 2,8 Prozent

· VinciFi Redaktion

Deutscher HVPI fällt auf 2,8 Prozent

Der vorläufige harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) in Deutschland stieg im Oktober binnen Jahresfrist um 2,8 Prozent und lag damit unter der Prognose von 3,1 Prozent. Der schwächere Preisdruck kann die Erwartungen an die EZB-Zinsen beeinflussen.**

Auch im Monatsvergleich überraschte der Wert nach unten: Der HVPI sank im Oktober um 0,1 Prozent. Erwartet worden war ein Plus von 0,1 Prozent; im September hatte der Index noch um 0,6 Prozent zugelegt.

Die Jahresrate hatte sich zuvor nach oben bewegt. Im August lag sie bei 2,9 Prozent, im September bei 3,3 Prozent. Für Oktober rechneten Volkswirte mit 3,1 Prozent. Der vorläufige Wert von 2,8 Prozent kehrt die Beschleunigung damit vorerst um.

Der HVPI dient dazu, die Verbraucherpreisentwicklung im Euroraum vergleichbar zu machen und ist ein zentraler Maßstab für die Geldpolitik im Euroraum. Er unterscheidet sich vom deutschen Verbraucherpreisindex (VPI) unter anderem bei Erfassungsbereich, Methodik und Gewichtung. Die beiden Inflationsraten messen deshalb nicht exakt dasselbe.

Für die Europäische Zentralbank zählt neben dem deutschen Wert die Entwicklung im gesamten Euroraum. Ihr mittelfristiges Inflationsziel liegt bei 2 Prozent. Im September hob der EZB-Rat die drei Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte an. Die damalige Prognose der EZB sah die Inflation im Euroraum für 2026 im Schnitt bei 3,0 Prozent, für 2027 bei 2,5 Prozent und für 2028 bei 2,1 Prozent.

Der deutsche HVPI-Wert allein legt den nächsten Zinsschritt nicht fest. Eine niedrigere Teuerung kann aber den Druck auf die Zentralbank verringern, die Zinsen weiter anzuheben. Das wäre auch für Unternehmen und Anleger relevant, deren Finanzierungskosten und Bewertungen auf Veränderungen der Zinsen reagieren.

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