Delfin: Del Vecchio legt Erben Milliardenangebot vor

· VinciFi Redaktion

Delfin: Del Vecchio legt Erben Milliardenangebot vor

Leonardo Maria Del Vecchio bietet den anderen Erben Milliarden für ihre Anteile an der Familienholding Delfin. Der Vorschlag ist noch nicht beschlossen und könnte darüber entscheiden, ob die Kontrolle über den EssilorLuxottica-Großaktionär in der Familie bleibt.**

Del Vecchio hat den Gesellschaftern zwei Wege vorgeschlagen: einen sofortigen Kauf aller angebotenen Anteile oder einen Erwerb in mehreren Schritten. Für den 7. November schlug er ein Treffen mit den Erben vor, um das Vorhaben im Detail vorzustellen. Eine Entscheidung der Anteilseigner liegt damit noch nicht vor.

Italienische Medien beziffern die Finanzierung auf 22 Milliarden Euro und den gebotenen Betrag auf rund 3,7 Milliarden Euro je Erbe. Del Vecchio selbst erklärte, er habe die Zusage einer großen internationalen Bank für die Finanzierung erhalten. Für den Käufer soll ein Beteiligungsvehikel mit strengeren Regeln entstehen: Zwei erfahrene Fachleute aus Management, Finanzen und Recht sollen neben ihm im Vorstand sitzen und bei wichtigen Finanzentscheidungen mitbestimmen.

Der Streit betrifft einen Großaktionär von EssilorLuxottica

Delfin hält 32,4 Prozent an EssilorLuxottica, dem Brillen- und Optikkonzern hinter Ray-Ban. In der Holding liegen außerdem Beteiligungen an Generali, UniCredit, Monte dei Paschi di Siena und Covivio. Ein Wechsel der Kontrolle bei Delfin könnte deshalb auch die Eigentümerstruktur und den Einfluss eines wichtigen Aktionärs bei diesen börsennotierten Unternehmen berühren. Für EssilorLuxottica ist die Beteiligung besonders bedeutend, weil Delfin der größte Aktionär ist.

Der Vorstoß kommt nach einem konkurrierenden Angebot des tschechischen Unternehmers Michal Strnad für Delfin. Dieses bewertet die Holding mit einem Abschlag von rund 30 Prozent auf ihren Nettoinventarwert, also den Wert ihrer Vermögenswerte abzüglich ihrer Verbindlichkeiten. Del Vecchio will mit seinem Vorschlag die Kontrolle in der Familie halten. Der Konflikt unter den Erben und das Interesse eines externen Käufers machen die Frage nach der künftigen Kontrolle damit zum Kern des Wettbewerbs um Delfin.

Am 7. November soll Del Vecchio den Gesellschaftern sein Vorhaben erläutern. Danach steht im Mittelpunkt, ob die Erben seinem Angebot zustimmen und welche Form eines Verkaufs sie wählen.

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