Washington drängt auf russisches Gas durch Ukraine
· VinciFi Redaktion

Washington drängt einem Bericht zufolge darauf, russische Gaslieferungen durch die Ukraine nach Europa wieder aufzunehmen. Die Idee soll Teil einer Energie-Waffenruhe zwischen Moskau und Kyiv sein; ein Abkommen ist daraus bislang nicht geworden.**
Die Vorschläge sollen nach früheren Berichten bei Gesprächen über einen Plan für die wirtschaftliche Zusammenarbeit nach dem Krieg auf den Tisch gekommen sein. Eine Wiederöffnung der Leitungen könnte der Ukraine Einnahmen aus dem Transit bringen und Europas Versorgung verändern. Für den europäischen Gasmarkt wäre damit eine neue politische und logistische Option im Spiel, nicht aber bereits zusätzliches Angebot.
Der Transit durch die Ukraine ist seit Ende 2024 beendet
Das Transitabkommen zwischen Russland und der Ukraine lief am 31. Dezember 2024 aus. Die Europäische Kommission erklärte, die EU habe sich auf das Ende der Lieferungen über diese Route vorbereitet.
Auch der Anteil Russlands an den Gasimporten der EU ist deutlich gesunken: 2021 stammten 45 Prozent der Einfuhren aus Russland, 2025 waren es 12 Prozent. Die importierte Menge fiel im selben Vergleich von 152 auf 36 Milliarden Kubikmeter. Eine Rückkehr russischer Lieferungen könnte deshalb die Erwartungen an Europas künftigen Liefermix beeinflussen. Ob und wann tatsächlich Gas fließen würde, wäre aber von einer politischen Einigung und der Wiederaufnahme des Transits abhängig.
EU-Kurs zielt weiter auf den Ausstieg
Der Vorstoß steht im Gegensatz zum beschlossenen Kurs der EU. Die Mitgliedstaaten haben den schrittweisen Ausstieg aus russischen Gasimporten gesetzlich festgelegt. Die vollständige Untersagung von Flüssiggasimporten soll ab 2027 gelten, für Pipelinegas ist der vollständige Stopp für den Herbst 2027 vorgesehen. Die Kommission bekräftigte zudem, dass sie Sanktionen nicht aufheben will, solange Russland den Krieg nicht beendet.
Damit müsste eine mögliche Wiederaufnahme nicht nur zwischen Moskau und Kyiv ausgehandelt werden. Sie träfe auch auf bestehende EU-Regeln und eine Energiepolitik, die russische Importe weiter zurückdrängen soll.