RBA soll BIP-Prognose wegen Rechenzentren anheben
· VinciFi Redaktion

Berichten zufolge hebt Australiens Zentralbank RBA ihre kurzfristigen BIP-Prognosen wegen der Investitionen in Rechenzentren an und senkt den langfristigen Ausblick. Das unterstreicht den Unterschied zwischen einem kurzfristigen Investitionsschub und den längerfristigen Wachstumsbedingungen.**
RBA-Gouverneurin Michele Bullock erklärte Ende Oktober, dass die Unternehmensinvestitionen in Australien deutlich angezogen hätten. Vor allem Ausgaben für Rechenzentren und Projekte für erneuerbare Energien trieben das Wachstum der Investitionen, sagte sie. Die berichtete Anpassung der RBA-Prognose steht im Zusammenhang mit diesem Investitionsschub.
Das könnte die Wirtschaftsaktivität kurzfristig stützen. Ein höheres Wachstum in der nahen Zukunft bedeutet jedoch nicht automatisch, dass auch der längerfristige Wachstumspfad stärker ausfällt. Der berichtete niedrigere Langfristausblick macht diese Unterscheidung deutlich.
Für Unternehmen und Investoren in den Bereichen Rechenzentren, Bau und erneuerbare Energien kann der Investitionsschub daher eine andere Bedeutung haben als für die Gesamtwirtschaft.
Auch die Inflation bleibt für die Geldpolitik entscheidend. Bullock bezifferte sie zuletzt auf etwa 3,5 bis 4 Prozent im Jahresvergleich. Das liegt über dem RBA-Ziel von 2 bis 3 Prozent. Die Augustprognosen der Zentralbank sahen die Teuerung erst gegen Ende 2027 wieder nahe der Mitte des Zielbereichs.
Bullock verwies außerdem auf höheren globalen Kostendruck, unter anderem durch Energie und technologiebezogene Preise, sowie auf Kapazitätsengpässe in Australien. Damit stehen die kurzfristigen Wachstumsimpulse aus den Investitionen neben der Frage, ob das Angebot mit der zusätzlichen Nachfrage Schritt halten kann. Für die weitere Einschätzung der RBA bleiben Wachstum, Produktivität und Inflation eng miteinander verknüpft.