Oracle: Aktienangebot soll überzeichnet sein
· VinciFi Redaktion

Die Nachfrage nach Oracles geplanter Aktienausgabe über 10 Milliarden US-Dollar soll das Angebot übersteigen. Zugleich plant der Konzern eine Anleiheausgabe gleicher Größe, um den Ausbau seiner KI-Infrastruktur zu finanzieren.**
Oracle reichte Unterlagen für die geplante Ausgabe neuer Aktien über 10 Milliarden US-Dollar ein. Zusätzlich will der Konzern Anleihen im selben Volumen platzieren. Zusammen geht es damit um 20 Milliarden US-Dollar, die Oracle für den Ausbau seiner KI-Infrastruktur aufnehmen will. Die Aktienausgabe würde neue Anteile schaffen und könnte damit bestehende Beteiligungen verwässern.
Der Finanzierungsplan knüpft an Oracles Vorgaben vom Investorentag am 28. Oktober an. Bis zum Geschäftsjahr 2030 will das Unternehmen die zusätzliche Kapitalaufnahme am Markt auf 20 Milliarden US-Dollar begrenzen. Vorgesehen sind jeweils 10 Milliarden US-Dollar aus Aktien und Bruttoschulden. Die Refinanzierung bestehender Schulden zählt Oracle nicht zu dieser Obergrenze. Die nun geplanten Verkäufe füllen damit den Rahmen aus, den das Unternehmen wenige Tage zuvor gesetzt hatte.
Der Kapitalbedarf steht im Zusammenhang mit den hohen Ausgaben für Rechenzentren und KI-Infrastruktur. Oracle erwartet, in der zweiten Hälfte des Jahres 2028 einen positiven freien Cashflow zu erreichen. Freier Cashflow bezeichnet das Geld, das nach laufenden Ausgaben und Investitionen übrig bleibt. Der Zeitpunkt ist für die Finanzierung wichtig: Bis dahin muss Oracle den Ausbau stemmen, während das Unternehmen seine zusätzlichen Kapitalaufnahmen begrenzt.
Am Montag verlor die Oracle-Aktie im Handelsverlauf mehr als 6 Prozent. Die geplante Aktienausgabe kann den Anteil bestehender Aktionäre am Unternehmen verwässern; die Anleihen würden die Schulden erhöhen. Zugleich soll die Nachfrage nach den neuen Aktien das Angebot übersteigen. Für Oracle treffen damit die Finanzierung des KI-Ausbaus und die Bedingungen für die Kapitalaufnahme zusammen.