Moody’s Aa3 für Frankreich setzt Budget 2027 voraus
· VinciFi Redaktion

Moody’s verknüpft Frankreichs Aa3-Bewertung mit der Annahme, dass 2027 ein Haushalt zur Defizitreduzierung verabschiedet wird. Damit hängt die Bonitätseinstufung auch vom parlamentarischen Verfahren ab.**
Frankreichs Regierung plant, das Haushaltsdefizit 2027 auf 5,0 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu senken. Für 2026 rechnet sie mit 5,4 Prozent. Die Ziele stehen im Finanzplan für 2027; sie hängen von den darin vorgesehenen Maßnahmen zur Konsolidierung der Staatsfinanzen ab. [R43]
Moody’s stellt mit der Annahme eines verabschiedeten Haushalts zur Defizitreduzierung eine klare Verbindung zwischen der Bonitätseinstufung und dem politischen Prozess her. Der Haushaltsentwurf muss noch das Parlament passieren. Die französische Nationalversammlung hat die Beratungen über den Etat im Oktober aufgenommen. Die Verabschiedung ist damit ein zentraler nächster Schritt für die Annahme, auf der Moody’s ihre Aa3-Einstufung aufbaut.
Die Rendite französischer zehnjähriger Staatsanleihen erreichte am 22. Oktober 5,14 Prozent, den höchsten Stand seit 2002.
Im Vergleich bewerten Fitch und S&P Frankreich mit A+, eine Stufe unter Aa3, jeweils mit stabilem Ausblick. Moody’s stuft Frankreich derzeit mit Aa3 ein. Damit liegt die französische Note bei Moody’s höher als bei den beiden anderen großen Ratingagenturen, steht aber unter dem Vorbehalt, dass der Haushaltspfad politische Zustimmung findet.
Im Haushaltsentwurf setzt die Regierung für 2027 auf einen Defizitrückgang trotz steigender Zinsausgaben. Ob der verabschiedete Etat tatsächlich genug Einsparungen und Einnahmen bringt, wird sich im parlamentarischen Verfahren zeigen. Für Frankreichs Staatsfinanzierung rückt damit die Verabschiedung des Haushalts 2027 in den Mittelpunkt.
