Moody’s sieht Frankreichs Schuldenlast wachsen
· VinciFi Redaktion

Moody’s zufolge haben langsameres Wachstum und ein höheres Defizit Frankreichs Schuldenlast seit der letzten Prüfung etwas vergrößert. Das kann die Staatsfinanzen weiter unter Druck setzen und die Finanzierung des Landes verteuern.**
Die französische Wirtschaft dürfte 2026 laut Insee nur um 0,4 % wachsen. Im Frühjahr hatte Moody’s für das Jahr noch 1 % erwartet. Zugleich wird ein Staatsdefizit von 5,4 % des Bruttoinlandsprodukts prognostiziert. Auch die Inflation lag höher als Moody’s erwartet hatte: Im September betrug sie 3,1 % im Jahresvergleich, während die Ratingagentur im Frühjahr mit 1,4 % gerechnet hatte.
Im April beließ Moody’s Frankreichs Rating trotz der angespannten Finanzlage bei Aa3. Der negative Ausblick galt bereits seit dem 24. Oktober 2025. Ein solcher Ausblick signalisiert, dass eine Herabstufung möglich ist. Fitch und S&P Global bewerten Frankreich bereits mit A+, eine Stufe unter Aa3, und haben einen stabilen Ausblick. Die wachsende Schuldenlast trifft damit auf schwache Konjunktur und anhaltenden Druck auf die öffentlichen Finanzen.
Auch die Zinszahlungen belasten den französischen Haushalt: Im kommenden Jahr muss der Staat 91 Mrd. Euro für Zinsen aufbringen. Solche Ausgaben lassen weniger Spielraum für andere staatliche Aufgaben. Gleichzeitig könnte die französische Staatsschuld 2027 auf 121,7 % des Bruttoinlandsprodukts steigen. Schwächeres Wachstum kann zudem die Steuereinnahmen bremsen und damit den Abbau des Defizits erschweren.
Eine Herabstufung durch Moody’s würde Frankreichs Bewertung an die Ratings von Fitch und S&P Global angleichen. Für Anleger können höhere Finanzierungskosten des Staates auch bei französischen Staatsanleihen eine Rolle spielen.

