Johnson & Johnson: ERLEADA verbessert Studienendpunkt um 62 %
· VinciFi Redaktion

Eine PROTEUS-Teilstudie ergab bei Hochrisikopatienten eine Verbesserung des ereignisfreien Überlebens um 62 % durch ERLEADA plus Hormontherapie vor und nach einer Prostataoperation, verglichen mit einer Operation allein. Die Daten könnten die Bedeutung des Krebsmedikaments im Onkologiegeschäft von Johnson & Johnson stärken.**
Für den kombinierten Endpunkt Metastasen oder Tod ergab die Analyse eine um 51 % geringere Gefahr. Die 62 % beziehen sich auf die Verbesserung des ereignisfreien Überlebens, nicht auf eine entsprechend geringere Sterblichkeit.
Verglichen wurde eine radikale Prostataentfernung allein mit einer Behandlung aus Apalutamid, dem Wirkstoff in ERLEADA, plus Androgenentzugstherapie vor und nach der Operation. Die Behandlung lief jeweils sechs Monate vor und nach dem Eingriff. Nach einer medianen Nachbeobachtung von 37,8 Monaten war der Median des ereignisfreien Überlebens in der ERLEADA-Gruppe noch nicht erreicht.
Weniger Bedarf an einer weiteren Therapie
Auch bei späteren Behandlungen zeigte sich ein Unterschied: Die Kombination senkte das Risiko, eine weitere Therapie beginnen zu müssen, um 71 %.
Die Ergebnisse wurden beim Kongress der Europäischen Gesellschaft für Medizinische Onkologie vorgestellt und am 24. Oktober in European Urology veröffentlicht. Eine frühere Auswertung der Hauptstudie hatte die Behandlung mit Apalutamid und Hormontherapie vor und nach der Operation mit einer Hormontherapie verglichen. Dabei berichtete Dana-Farber von einer um 20 % geringeren Gefahr für Metastasen oder Tod.
ERLEADA zählt zu J&Js Wachstumstreibern
Für Johnson & Johnson ist ERLEADA Teil des Onkologiegeschäfts. Im dritten Quartal 2026 zählte das Unternehmen das Medikament zu den Wachstumstreibern seiner Sparte Innovative Medicine. Deren operative Umsätze stiegen weltweit um 7,9 %. Einen separaten Umsatzbeitrag von ERLEADA nannte Johnson & Johnson nicht. Die Studiendaten liefern klinischen Rückenwind für das Medikament, beziffern aber keinen möglichen zusätzlichen Umsatz.
Johnson & Johnson hat die Daten beim ESMO-Kongress vorgestellt. Die klinischen Ergebnisse könnten die Rolle von ERLEADA in der Behandlung von Hochrisiko-Prostatakrebs stärken.
