Iran soll Schiffe vor unsicheren Hormus-Zonen warnen
· VinciFi Redaktion

Die iranische Armee-Marine soll Handelsschiffe aufgefordert haben, unsichere Gebiete in der Straße von Hormus zu meiden und ihre Systeme eingeschaltet zu lassen. Zusätzliche Risiken auf der Ölroute könnten Frachtkosten und Ölpreise beeinflussen.**
Die Warnung fällt in einen Monat mit besonders vielen Angriffen auf die Schifffahrt. Für Oktober meldete die britische Seefahrtsbehörde UKMTO mehr als 30 Vorfälle mit Handelsschiffen in und um die Meerenge. Bis zum 15. September hatte die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) seit Kriegsbeginn 80 Angriffe auf die internationale Schifffahrt in der Region verifiziert; mindestens 22 Seeleute kamen dabei ums Leben.
Auch die Ölmengen auf der Route zeigen, wie stark sich die Lage verändert hat. Im vierten Quartal 2025 passierten im Schnitt 21,6 Millionen Barrel pro Tag die Straße von Hormus. Im zweiten Quartal 2026 waren es noch 4,9 Millionen Barrel täglich. Im August lag der Durchschnitt laut Internationaler Energieagentur bei 7,6 Millionen Barrel pro Tag, 13,1 Millionen Barrel unter dem Vorkriegsniveau.
Unsicherheit kann sich zudem in den Kosten für den Transport niederschlagen. Die US-Energieinformationsbehörde stellte fest, dass die Frachtraten für sehr große Rohöltanker aus dem Nahen Osten nach Asien im März den höchsten Stand seit Beginn ihrer Datenreihe im November 2005 erreicht hatten.
Damit betrifft die Sicherheitslage zugleich Reedereien, Tankertransporte und den Ölhandel. Wenn die Passage riskanter wird, können höhere Frachtkosten den Transport von Rohöl zusätzlich verteuern. Im Juli bekräftigte der IMO-Rat, dass die international anerkannte Durchfahrt für alle Schiffe ungehindert möglich sein müsse. Die Spannungen rund um Hormus treffen damit auf einen internationalen Anspruch auf freie Passage.