IEA sieht LNG-Angebot durch Iran-Krieg unter Druck
· VinciFi Redaktion

Die IEA hält wegen des Iran-Kriegs einen Rückgang des weltweiten LNG-Angebots in diesem Jahr für möglich. Das könnte den Wettbewerb um verfügbare Lieferungen verschärfen und die Gaspreise beeinflussen.**
Die Lieferausfälle konzentrieren sich auf den Persischen Golf. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur gingen die LNG-Ausfuhren Katars und der Vereinigten Arabischen Emirate von März bis Juni im Jahresvergleich um rund 80 Prozent zurück. Zusammen fehlten dadurch etwa 35 Milliarden Kubikmeter. Die Lieferungen durch die Straße von Hormus hätten sich zuletzt nur langsam erholt.
Der mögliche Rückgang wäre eine deutliche Wende zu den Erwartungen vor dem Krieg. Die IEA hatte Anfang 2026 noch damit gerechnet, dass das weltweite LNG-Angebot in diesem Jahr so stark wachsen würde wie seit 2019 nicht mehr. 2025 war die globale LNG-Produktion laut IEA bereits um fast 7 Prozent oder 38 Milliarden Kubikmeter gestiegen.
Neue Exporte gleichen die Ausfälle nur teilweise aus
Andere Anbieter erhöhen zwar ihre Produktion. Rystad Energy schätzt jedoch, dass die konfliktbedingten Ausfälle in Katar 2026 insgesamt 64,8 Millionen Tonnen pro Jahr erreichen könnten. Das Analysehaus hob deshalb seine Prognosen für den europäischen TTF-Gaspreis und den asiatischen LNG-Spotpreis an: auf 16 beziehungsweise 17 US-Dollar je Million britischer Wärmeeinheiten. Dabei handelt es sich um Prognosen, nicht um bereits beobachtete Preise.
Die angespannte Lage trifft Europa vor dem Winter. Das könnte den Bedarf an zusätzlichen LNG-Lieferungen erhöhen und Europa stärker in Konkurrenz zu asiatischen Käufern bringen.
Rystad rechnet mit einem Ausgleich von Angebot und Nachfrage bis 2028 und einem möglichen Überangebot ab 2029. Der Konflikt trifft damit einen Markt, für den die IEA vor dem Krieg noch kräftiges Angebotswachstum erwartet hatte.