Deutsches BIP wächst im Sommer um 0,2 Prozent

· VinciFi Redaktion

Deutsches BIP wächst im Sommer um 0,2 Prozent

Deutschlands Wirtschaftsleistung legte im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 0,2 Prozent zu. Das ist weniger als im Vorquartal, aber mehr als erwartet und könnte ein Zeichen dafür sein, wie zäh die Erholung bleibt.**

Im Jahresvergleich stieg das saisonbereinigte Bruttoinlandsprodukt um 1,2 Prozent. Im Vorjahreszeitraum hatte das Plus bei 1,0 Prozent gelegen, erwartet worden waren 1,1 Prozent. Ohne Saisonbereinigung betrug der Zuwachs 1,3 Prozent und lag damit ebenfalls über der Prognose von 1,2 Prozent.

Der Quartalsvergleich zeigt eine langsamere Dynamik: Im zweiten Quartal hatte das BIP noch um 0,3 Prozent zugelegt. Für das dritte Quartal waren 0,1 Prozent erwartet worden. Der tatsächliche Zuwachs fiel damit zwar höher aus als die Prognose, blieb aber hinter dem vorherigen Quartal zurück.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hatte vor der Veröffentlichung mit einem schwachen dritten Quartal gerechnet. Sein Konjunkturbarometer stieg im Oktober von 95,9 auf 101,5 Punkte. Die neutrale Marke liegt bei 100 Punkten. Das Institut führte die Verbesserung vor allem auf eine bessere Stimmung und Produktion in der Industrie sowie staatliche Ausgabenimpulse zurück.

Die Erholung hat laut DIW allerdings eine schmale Basis. Private Haushalte hielten sich wegen hoher Preise und eines schwachen Arbeitsmarkts zurück; auch die privaten Investitionen blieben schwach. Zugleich belasteten hohe Energiepreise die Aussichten: Der Ölpreis lag nach Einschätzung des Instituts deutlich über 100 US-Dollar, der Gaspreis erreichte vor dem Winter den höchsten Stand seit 2022. Die Inflation war im September wieder über drei Prozent gestiegen. Die Europäische Zentralbank hatte darauf im selben Monat mit einer Zinserhöhung reagiert, was die Finanzierung für Unternehmen und Bauherren verteuerte.

Für das Schlussquartal erwartet das DIW wieder ein spürbares Wachstum, getragen von öffentlichen Investitionen und der Industrie. Ob private Haushalte und Unternehmen dabei nachziehen, bleibt ein wichtiger Prüfstein für die Breite der Erholung. Das nächste DIW-Konjunkturbarometer erscheint am 26. November.

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