Schwarzes Meer wird zur tödlichsten Handelsroute
· VinciFi Redaktion

Im Schwarzen Meer wurden in diesem Jahr mehr als 570 Handelsschiffe getroffen, mindestens 40 Seeleute kamen ums Leben. Damit übertrifft die Zahl der Todesopfer die 24 Seeleute, die im selben Zeitraum in der Straße von Hormus starben; Angriffe können auch globale Lieferketten stören.**
Im dritten Quartal, von Juli bis September, wurden rund 387 Schiffe angegriffen. Das waren mehr als fünfmal so viele angegriffene Schiffe wie im Vorquartal. Die Zahl bezieht sich auf betroffene Schiffe, nicht auf die Anzahl einzelner Angriffe. Der starke Anstieg zeigt, wie rasch sich die Gefahr für die zivile Handelsschifffahrt verschärfen kann.
Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) verurteilte im Juli eine Serie von Angriffen auf zivile Handelsschiffe im Schwarzen Meer und im Asowschen Meer. Sie warnte, solche Angriffe gefährdeten Seeleute und die Sicherheit der Navigation und könnten globale Lieferketten stören. Damit reicht das Risiko über die unmittelbare Gefahr für Besatzungen hinaus: Störungen der Schifffahrt können sich auf Lieferwege und Unternehmen auswirken, die auf den Seetransport angewiesen sind.
Auch konkrete Angriffe zeigen die Gefahr für die Besatzungen. Ein Drohnenangriff versenkte ein Frachtschiff im Schwarzen Meer und tötete einen Menschen. Die IMO berichtete im September zudem, dass die Ukraine die maritime Sicherheit und den Betrieb ihres Special Maritime Corridor stärkt. Der Korridor ist Teil der Bemühungen, den Schiffsverkehr trotz der Sicherheitsrisiken aufrechtzuerhalten.
Für Reedereien und Unternehmen mit internationalem Warenverkehr können anhaltende Gefahren in der Region bedeuten, dass Lieferketten stärker unter Druck geraten. Die IMO sieht Angriffe auf zivile Handelsschiffe als Bedrohung für die Sicherheit auf See und den globalen Handel. Die Zahl der getroffenen Schiffe im dritten Quartal unterstreicht, wie stark sich die Lage auf einer wichtigen Handelsroute innerhalb weniger Monate verschlechtert hat.