Rund 387 Schiffe im Schwarzen Meer getroffen
· VinciFi Redaktion

Von Juli bis September wurden im Schwarzen Meer rund 387 Schiffe angegriffen, mehr als vier pro Tag. Die Attacken treiben die Versicherungsprämien für Fahrten in der Region nach oben.**
Seit Jahresbeginn wurden dort mehr als 570 Schiffe getroffen und mindestens 40 Seeleute getötet. Damit ist die Gefahr für Handelsschiffe in der Region stark gestiegen. Ambrey schätzt, dass Russland für rund 90 Prozent der Angriffe auf die Schifffahrt in den vergangenen 45 Tagen verantwortlich war. In dieser Zeit setzte Russland Drohnen aus der Luft und vom Wasser sowie Raketen ein.
Angriffe verlagern sich entlang ukrainischer Exportrouten
Die Eskalation folgt auf Angriffe beider Seiten. Die Ukraine nahm russlandnahe Schiffe ins Visier; Russland verstärkte seinerseits die Angriffe auf Schiffe, die ukrainische Häfen anlaufen. Ambrey beschreibt auch eine Verlagerung der Gefahr auf die Donau: Weil russische Angriffe die Häfen rund um Odessa beeinträchtigten, stieg der Anteil der Donau an der abgefertigten Fracht ukrainischer Häfen von rund 10 Prozent im ersten Halbjahr auf 74 Prozent im August.
Seit dem 1. Juli wurden laut Ambrey mindestens neun Handelsschiffe an den Zufahrten zur Donau getroffen, fünf davon in rumänischen Gewässern. In der Reede vor Sulina warteten zeitweise 80 bis 125 Schiffe, teils bis zu 17 Tage. Die Ansammlung an vorhersehbaren Positionen erhöht nach Einschätzung des Sicherheitsunternehmens die Gefährdung durch Drohnen.
Höhere Risiken treffen Handel und Versicherungen
Die Folgen reichen über die unmittelbar betroffenen Schiffe hinaus. Ambrey zufolge sind die Versicherungsprämien für Fahrten in der Region stark gestiegen; manche Versicherer bieten für Anläufe ukrainischer Häfen keinen Schutz mehr an. Auch laufen inzwischen weniger Schiffe ukrainische Häfen an.
Ambrey hält es für realistisch, dass das Angriffstempo anhält, solange die Donau ein wichtiger ukrainischer Exportweg bleibt. Damit steht auch die Sicherheit der Schiffe auf dieser Route weiter im Zentrum des Konflikts.