Lillys Retatrutid schlägt Ozempic beim Gewichtsverlust

· VinciFi Redaktion

Lillys Retatrutid schlägt Ozempic beim Gewichtsverlust

Eli Lillys Retatrutid führte in einer Phase-3-Studie zu mehr als doppelt so viel durchschnittlichem Gewichtsverlust wie Ozempic in der höchsten zugelassenen Dosis. Der direkte Vergleich könnte Lilly im Markt für Diabetes- und Abnehmpräparate stärken, doch Retatrutid ist noch ein Prüfpräparat.**

An der Studie TRANSCEND-T2D-2 nahmen 1.298 Erwachsene mit Typ-2-Diabetes teil. Über 80 Wochen verloren die Teilnehmenden mit 9 Milligramm Retatrutid durchschnittlich 44,3 Pfund, mit 12 Milligramm waren es 47,4 Pfund. In der Vergleichsgruppe, die 2 Milligramm Ozempic erhielt, lag der durchschnittliche Gewichtsverlust bei 20,9 Pfund. Eli Lilly zufolge senkten beide Retatrutid-Dosen außerdem den Langzeitblutzuckerwert HbA1c im Schnitt um 2,2 Prozentpunkte. Bei Ozempic waren es 1,8 Prozentpunkte. Zu Studienbeginn lag der durchschnittliche HbA1c-Wert bei 8,3 Prozent.

Retatrutid aktiviert Rezeptoren für drei Hormone: GIP, GLP-1 und Glukagon. Der Wirkstoff ist damit ein Dreifach-Agonist. Die Studiendaten zeigen seine Wirkung bei Menschen mit Typ-2-Diabetes. Das kann für den Wettbewerb bei Medikamenten gegen Diabetes und Übergewicht relevant sein, ist aber noch kein Beleg für einen kommerziellen Erfolg.

Frühere Studiendaten stammen aus einem anderen Versuch

Retatrutid wurde bereits in einer weiteren Phase-3-Studie mit Menschen mit Übergewicht und Typ-2-Diabetes untersucht. In TRIUMPH-2 nahmen 1.152 Personen teil. Über 80 Wochen verloren Teilnehmende mit der höchsten Dosis von 12 Milligramm durchschnittlich 49,6 Pfund. Dieser Versuch war kein direkter Vergleich mit Ozempic und untersuchte eine andere Studiengruppe.

Nebenwirkungen und Zulassung bleiben wichtige Schritte

Zu den häufigsten Nebenwirkungen in TRANSCEND-T2D-2 zählten Durchfall und Übelkeit. Durchfall trat bei 28,3 bis 32,7 Prozent der Retatrutid-Teilnehmenden auf, Übelkeit bei 21,2 bis 23,8 Prozent. Wegen Nebenwirkungen brachen 4,8 Prozent der Teilnehmenden mit 9 Milligramm und 7,9 Prozent mit 12 Milligramm die Behandlung ab. Retatrutid ist bislang nicht zugelassen und kann außerhalb klinischer Studien nicht verschrieben werden.

Eli Lilly plant, im ersten Quartal 2027 einen Zulassungsantrag bei der US-Arzneimittelbehörde FDA einzureichen.

Erwähnte Unternehmen: Eli Lilly and Company

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