Khoryv sank vor Rumänien, drei Seeleute vermisst
· VinciFi Redaktion

Der Frachter Khoryv sank am Freitag, 23. Oktober, vor Constanța nach einem mutmaßlichen Drohnentreffer; ein Besatzungsmitglied starb, drei werden vermisst und neun wurden gerettet. Der Vorfall fällt in eine Phase, in der die Schiffsanläufe in Groß-Odesa stark zurückgegangen sind und Kriegsrisikoprämien steigen.**
Rumänische Einsatzkräfte beteiligten sich an der Suche nach den drei Vermissten. Nach Angaben rumänischer Behörden starb ein Besatzungsmitglied; neun Seeleute wurden gerettet. Ein Drohnentreffer gilt als mutmaßliche Ursache für den Untergang des Frachters.
Im September liefen weniger als zehn Schiffe die Häfen von Groß-Odesa an, gegenüber rund 400 im Juli. Diese Zahlen, die dem Hafenbetreiber TIS zugeschrieben werden, zeigen, wie stark die maritime Ausfuhr der Ukraine unter Druck steht. Ukrainische Agrarausfuhren über See könnten dadurch zusätzlich erschwert werden.
Auch die Versicherungskosten steigen. Der BPG-Shipping-Direktor Gennadiy Ivanov nannte für Kriegsrisikodeckungen im Schwarzen Meer zuletzt Prämien von 0,6 bis 1 Prozent des Schiffswerts, nach 0,2 bis 0,5 Prozent in der Vorwoche. Die Angaben beziehen sich auf berichtete Angebote und nicht auf einen einheitlichen Tarif für alle Fahrten.
Für Reedereien bedeutet die Kombination aus Sicherheitsrisiken und teurerem Versicherungsschutz höhere Kosten und mehr Unsicherheit bei der Routenplanung. Das könnte sich auf Frachtkosten und die Wettbewerbsfähigkeit von Lieferungen aus der Schwarzmeerregion auswirken. Zugleich berichten Branchenbeobachter, dass sich Frachtströme stärker auf alternative Wege, darunter die Donau, verlagern. Die Schiffsanläufe in Groß-Odesa und die Versicherungsprämien bleiben damit wichtige Faktoren für die Ausfuhrlogistik der Ukraine.